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[Teil 2] Auslegung zur Ziyarat Ashura


Weiter geht es mit der Auslegung der Ziyarat al Ashura.

[1] Betroffene Sektion der Ziyarah


Wir schauen uns die zweite Zeile der Ziyarat Ashura an. Imam Hussein (as) wird wie folgt angesprochen:

Friede sei mit dir, oh Sohn des Gesandten Allahs!
Übersetzung: [mustahab.al-shia.de]

[Sektion 1] oh Sohn des Gesandten Allahs!


Oh Sohn des Gesandten Allahs!...(Transliteration: Assalamu 3alaika yabna rasuulillah)

Imam Hussein (as), der Sohn des Gesandten und Propheten Mohamad (saas)? Wie kann dies der Fall sein? Ist er denn nicht der Sohn von Imam Ali (as)? Natürlich ist Imam Hussein (as) der Sohn von Imam Ali (as), doch aufgrund seines hohen Stellenwerts beim Propheten (saas), galt er für diesen wie ein eigener Sohn. Es war auch so, dass in der Vergangenheit von vielen Feinden der Ahlulbayt (as) das Argument aufkam, dass die Ahlulbayt (as) zur Nachkommenschaft Imam Alis (as) zählt und nicht zur Nachkommenschaft des Propheten Mohamads (saas). Sie versuchten immer wieder diese tiefe Bindung des Propheten (saas), speziell bezogen auf al Hassan (as) und al Hussein (as), kleinzureden. Doch die Ahlulbayt (as) trotzte dieser Behauptung mittels von Beweisen, die wir in diesem Artikel wiedergeben werden.

[2] Der Beweis aus dem Koran


Folgender Vers beweist, dass Imam Hassan (as) und Imam Hussein (as) auch zu den Söhnen des Propheten Mohamad (saas) zählen:

[3:61] Wer nun mit dir darüber streitet, nach dem, was dir an Wissen zugekommen ist, so sag (zu denen): "Kommt her! Laßt uns unsere Söhne und eure Söhne, unsere Frauen und eure Frauen, uns selbst und euch selbst zusammenrufen und hierauf flehen und so den Fluch Allahs über die Lügner kommen lassen!"

Beschäftigen wir uns erstmals mit dem Herabsendungsgrund dieser Ayah:

Dieser Vers spricht über die Konfrontation des Propheten Mohamad (saas) mit den Christen aus Najran. Dieses Ereignis ist unter den Muslimen (Shiiten und Sunniten) als ''das Ereignis der Mubahala (des Fluches)'' bekannt. So lud der Prophet (saas) die Christen dazu ein den Islam anzunehmen. Es kam zu einer Diskussion mit dem Bischof der Christen, während genau dieser den Propheten (saas) fragte, wer den der Vater von Jesus (as) sei, darauf hoffend, dass dieser mit ''Gott'' antworten würde. Doch der Prophet (saas) antwortete mit folgendem Vers:

[3:59] Gewiß, das Gleichnis ´Isas (Jesus) ist bei Allah wie das Gleichnis Adams. Er erschuf ihn aus Erde. Hierauf sagte Er zu ihm: "Sei!" und da war er.

...während die Christen diese Antwort nicht überzeugte. Daraufhin wurde der obige Vers [3:61] herabgesandt und die Christen wurden dazu eingeladen den spirituellen Vergleich anzunehmen, indem der Fluch Gottes auf die Lügner (entweder die Muslime oder die Christen) nieder gesandt werden sollte. Die Christen akzeptierten diese Einladung. Zu der abgemachten Zeit kam der Prophet (saas) mit seiner Familie, die Ahlulbayt (as). Als der christliche Bischof die Familienmitglieder des Propheten (saas) sah, wie deren Gesichter vor lauter Spiritualität strahlten, sagte dieser zu seinen Leuten nur noch:

Gewiss sehe ich Gesichter, die wenn sie Allah (swt) darum bitten würden einen Berg von seiner Stelle zu entwurzeln, dieser dies gewiss ausführen würde. Verflucht sie bloß nicht, denn wenn ihr dies tut, werdet ihr untergehen und es würde kein Christ auf dem Erdboden verbleiben, bis hin zum Tag der Abrechnung.

Die Christen akzeptierten diese Aufforderung ihres Bischofs und einigten sich auf eine Abmachung. Da im Islam kein Zwang im Glaube existiert (siehe Vers 2:256), gewährte ihnen der Prophet (saas) die komplette Freiheit ihren Glauben auszuleben. Auch lies er ihr Leben beschützen sowie auch deren Hab und Gut. Für diese Hilfeleistung zahlten die Christen die Jiziya Steuer, sowie auch die Muslime in einem islamischen Staat gewisse Steuern zu zahlen haben.

Doch kommen wir zum Kernthema zurück:

In dem zitierten Vers [3:61] lesen wir folgenden Satz, ''Laßt uns unsere Söhne und eure Söhne, unsere Frauen und eure Frauen, uns selbst und euch selbst zusammenrufen''. Die Muslime, sowohl die Sunniten als auch die Shiiten, sind sich einig darüber, dass der Prophet Mohamad (saas), Imam Hassan (as) und Imam Hussein (as) als seine Söhne für dieses Ereignis bestimmte.

Listen wir diesbezüglich erstmals eine shiitische Überlieferung auf:

Rayan ibn Salt berichtet, dass Imam al Ridha (as) über den Vers, [3:61] Wer nun mit dir darüber streitet, nach dem, was dir an Wissen zugekommen ist, so sag (zu denen): "Kommt her! Laßt uns unsere Söhne und eure Söhne, unsere Frauen und eure Frauen, uns selbst und euch selbst zusammenrufen und hierauf flehen und so den Fluch Allahs über die Lügner kommen lassen!" sagte: […] Der Prophet (saas) nahm Ali (as), al Hassan (as), al Hussein (as) und Fatima (as) mit sich mit. Wisst ihr, was die Bedeutung bezüglich der Worte Gottes, ''uns selbst und euch selbst'' ist? Die Gelehrten sagten: Dies bezieht sich auf den Propheten (saas). Abu al Hassan (Imam al Ridha as.) sagte: Da liegt ihr falsch. Dieses bezieht sich (auch) auf Ali ibn Abi Talib (as) und kann mit den folgenden Worten des Propheten (saas) bewiesen werden: ''Lasst die Banu Walia weiter so verfahren und ich werde sie mit einem Mann bezwingen, der wie mein eigenes Selbst ist'', sich dabei beziehend auf Ali ibn Abi Talib (as). Und was mit „unsere Söhne“ gemeint ist, sind al Hassan (as) und al Hussein (as), während mit „unsere Frauen“ Fatima (as) gemeint ist. Dies ist eine Eigenschaft, die keiner übertreffen kann und ein Adel, den kein Mensch erlangen kann. Dies ist eine Ehre, die keine Person erlangen kann, da der Prophet (saas), Imam Ali (as), als sein eigenes Selbst bestimmte […]

Shiitische Quelle: Uyun Akhbar al Ridha, Band 1, Seite 432-33

Viele shiitische Überlieferungen interpretieren diesen Vers, doch uns genügt die obige Überlieferung. Um auch einen sunnitischen Beweis zu erbringen, sollte folgende Überlieferung reichen:

Der sunnitische Gelehrte al Suyuti schreibt in seinem Tafsir zum Vers [3:61]: In dem obigen Vers bezieht sich das Wort ''Söhne'', in Übereinstimmung mit dessen, was Abdillah al Ansari sagte, auf Hassan und al Hussein, das Wort ''Frauen'' auf Fatima und das Wort ''uns selbst'' auf den Propheten und Ali. Demzufolge wird sich auf Ali als ''das Selbst (Nafs)'' des Propheten bezogen.

Sunnitische Quelle: Tafsir Dur al Manthur, Band 2, Seite 68-69

Auch auf sunnitischer Seite wird dieser Fakt mit mehreren Überlieferungen bestätigt.

[3] Der Beweis aus den Überlieferungen


Nun listen wir einige Überlieferungen auf, die uns zeigen, dass al Hassan (as) und al Hussein (as) auch zu den Söhnen des Propheten Mohamad (saas) zählen. Fangen wir mit einem Bericht von Fatima (as) an:

Fatima (as) berichtet vom heiligen Propheten Mohamad (saas): Der Sohn jeder Mutter wird seiner väterlichen Beziehung zugeschrieben, außer die Söhne von Fatima, denn gewiss bin ich deren Vater und deren väterliche Beziehung.

Shiitische Quelle: Bihar al Anwar, Band 43, Seite 228

Diese Überlieferung, die in vielen Hadithwerken in verschiedenen Variationen zu finden ist, reicht aus, um zu zeigen, welch eine Beziehung der Prophet (saas) zu den Söhnen von Fatima (as) pflegte. Jedoch offenbaren uns die dunklen Seiten der Geschichte, dass immer wieder unrechtmäßige Führer existierten, die aufgrund ihrer Eifersucht und ihrem Hass diese Beziehung des Propheten zu Imam Hussein (as) ablehnten. Es folgen einige dieser Überlieferungen:

Dhakwan, ein Diener von Mu3awiyah, berichtet: Mu3awiya sagte (einst zu mir): Gewiss, kenne ich keinen, der diese beiden Jungs (Imam Hassan und Imam Hussein) als die zwei Söhne vom Gesandten Allahs bezeichnet. Sage deshalb: Dies sind die Söhne Alis. Später befahl mir Mu3awiyah die Namen seiner Söhne niederzuschreiben, der Reihe nach, nach ihrem Adelsstand aufgelistet. Ich schrieb die Namen seiner Söhne und die Namen der Söhne seiner Söhne, jedoch nicht die Namen der Söhne seiner Töchter. Daraufhin ging ich mit dem geschriebenen Blatt zu ihm. Er sah es sich an und erwiderte: Wehe dir! Du hast die älteren unter meinen Kindern vergessen. Ich sagte: Wer sind sie denn? Er antwortete: Sind denn die Söhne von meiner Tochter nicht meine Söhne? Sind denn die Söhne von dieser und jener Tochter von mir, nicht meine Söhne? Dakhwan sagte: Ich sagte (erstaunt): Gott!! Sind die Söhne deiner Töchter deine Söhne, währenddessen die Söhne von Fatima nicht zu den Söhnen des Gesandten Allahs zählen? Er antwortete: Was ist los mit dir? Niemand sollte dies von dir hören!

Shiitische Quelle: Kashf al-Ghumma, Band 2, Seite 176

Nun erklärt uns Imam al Baqir (as), weshalb Imam Hassan (as) und Imam Hussein (as) zu den Söhnen des Propheten Mohamad (saas) zählen:

Es wird von Abu al Jarud berichtet: Imam al Baqir (as) sagte zu mir: Oh Aba al Jarud, was sagen sie über Al Hassan (as) und al Hussein (as)? Ich sagte: Sie sind gegen unseren Glauben, und zwar dass sie die zwei Söhne des heiligen Propheten (saas) sind. Er sagte: Mit was (welchen Argumenten) hast du gegen sie argumentiert? Ich sagte: Mit den Worten Allahs (swt), bezüglich Jesus (as), dem Sohn von Maria,...[6:84] Und Wir schenkten ihm Ishaq und Ya´qub; jeden (von ihnen) haben Wir rechtgeleitet. Und (auch) Nuh haben Wir zuvor rechtgeleitet, und aus seiner Nachkommenschaft (Nuhs Nachkommenschaft) Dawud, Sulaiman, Ayyub, Yusuf, Musa und Harun - so vergelten Wir (es) den Gutes Tuenden -; [6:85] und Zakariyya, Yahya, ´Isa und Ilyas: jeder (von ihnen) gehört zu den Rechtschaffenen; Dementsprechend platzierte Er (Allah swt.) Jesus in die Nachkommenschaft von Noah (as). Der Imam (as) sagte: Was sagten sie daraufhin zu dir? Ich antwortete: Es ist für einen Sohn einer Frau möglich ein Sohn zu sein, jedoch würde dieser dann nicht von der Lende sein. Er (Imam al Baqir as.) sagte: Mit was hast du dann gegen sie argumentiert? Ich sagte: Wir argumentierten gegen sie mit den Worten von Allah (swt):..."Kommt her! Laßt uns unsere Söhne und eure Söhne, unsere Frauen und eure Frauen...Er (Imam al Baqir as.) sagte: Und was sagten sie dann zu dir? Ich sagte: Sie sagten, dass es in der arabischen Rhetorik vorkommen kann, dass eine Person die Söhne einer anderen Person als „unsere Söhne“ bezeichnet. Daraufhin sagte Imam Baqir (as): Oh Aba al Jarud! Gewiss werde ich dir einen Vers aus dem Buche Allahs (swt) liefern, (der beweist) dass sie (Imam Hassan und Imam Hussein) aus den Lenden des Heiligen Propheten (saas) sind. Und keiner, außer die Ungläubigen, würde dies verneinen. Ich sagte: Und wo befindet sich dieser, möge ich deine Erlösung sein? Er (Imam al Baqie as.) sagte: Allah (swt) sagt: [4:23] Verboten (zu heiraten) sind euch eure Mütter, eure Töchter, eure Schwestern, eure Tanten väterlicherseits, eure Tanten mütterlicherseits, die Nichten, eure Nährmütter, die euch gestillt haben, eure Milchschwestem, die Mütter eurer Frauen, eure Stieftöchter, die sich im Schoß eurer Familie befinden von euren Frauen, zu denen ihr eingegangen seid, - wenn ihr jedoch nicht zu ihnen eingegangen seid, so ist es keine Sünde für euch (, deren Töchter zu heiraten) - und (verboten zu heiraten sind euch) die Ehefrauen eurer Söhne, die aus euren Lenden (hervorgegangen) sind...Frage sie oh Aba al Jarud, war es zulässig für den Gesandten Allahs (saas) die Frauen von al Hassan (as) und al Hussein (as) zu heiraten? Wenn sie „Ja“ sagen, haben sie gewiss gelogen und wenn sie „nein“ sagen, dann sind sie gewiss seine Söhne aus seinem Lende.

Shiitische Quelle: Al Kafi, Band 8, Seite 217

Diese Überlieferungen reichen aus. Andernfalls sind unsere Werke mit vielen weiteren Überlieferungen bestückt, die dieses besondere Verhältnis zum Propheten (saas) beweisen.

Seid gespannt auf Teil 3, so Allah (swt) will...

frei übersetzt: Mohamad.A     Internetseite: Shiat-mohamad.blogspot.com