Heutzutage stoßen wir auf viele Persönlichkeiten, die das alleinige Interesse verfolgen, den Islam in ein schlechtes Licht zu rücken. Einige tun dies entweder aus Unwissenheit, wiederum andere aus Eifersucht und Hass, da der Islam wächst und gedeiht. Ein Argument, das oft aus ihren Mündern erklingt, ist, dass der Islam eine Religion des Zwangs sei. Sie beziehen diese Aussage auf den Propheten Mohamad (saas) und meinen, dass er die Nicht-Muslime zu seiner Zeit zum Islam gezwungen hätte. Auch habe er durch das Schwert die Menschen eingeschüchtert, sodass sie letztenendes keine Wahl mehr gehabt hätten, außer den Islam anzunehmen. Folglich vertreten sie den Gedanken, dass für den Islam die Religionsfreiheit ein Fremdwort sei und er die Menschenrechte aufgrund dessen verletze. Anhand dieses Artikels, der einige Punkte ansprechen und klarstellen wird, möchte ich das Gegenteil beweisen. Gefolgt von weiteren Artikeln, werde ich auch andere Punkte, die in diesem Vortrag nicht erwähnt wurden, ansprechen und erläutern.
[1] Einleitung
Ein verbundener Aspekt mit den Menschenrechten, ist der Respekt und die Toleranz, die eine Gesellschaft hinsichtlich der Religionen und Lebenseinstellung anderer Menschen aufbringen muss. Ohne Frage stellt die Religionsfreiheit ebenfalls einen wichtigen Grundpfeiler dar, den man strengstens beachten sollte. Der Prophet Mohamad (saas) sowie auch der Prophet Jesus (as), gefolgt von allen anderen Propheten des Islams, verletzten dieses Menschenrecht in keinster Weise. Eher fügten sie sich den Anordnungen Gottes und respektierten die Mitmenschen. Natürlich riefen die Propheten zum wahren Weg, dies jedoch in einer sachlichen Art und Weise, sowie es der Islam nun einmal vorschreibt. Von Zwang war keine Rede, denn laut dem Islam wird eine Religion, die durch Zwang ausgeübt wird, ohnehin nicht von Gott angenommen, denn sie muss aus dem Herzen praktiziert werden. Sich einer Religion hinzugeben, erfordert einen langen Weg der Recherche und Offenheit, gefolgt von der Selbstüberzeugung, die man durch diesen Weg schließlich erlangt. Hingegen ist eine sich auf Gott berufende Religion, diejenige die von ihren Botschaftern (selbsternannten Propheten) durch das Schwert und infolgedessen durch den Zwang verbreitet wird (sodass die Anzahl ihrer Mitglieder steigt), keine Religion Gottes. Denn Gott brauch die Menschen nicht, eher brauchen die Menschen Gott.
[2] Der Islam besagt: Kein Zwang im Glaube!
Der Koran, die heiligste Schrift der Muslime, lehnt den Zwang im Glauben ab. Der folgende Vers spricht einen psychologischen Fakt an, nämlich, dass die gehorsame bzw. gefügige Gesinnung des Verstandes und des Herzens, beispielsweise gegenüber einer Religion, nicht durch Zwang erlangt werden kann. Dies würde nämlich keine klare Einsicht im Verstand bzw. im Herzen schaffen, wo doch genau diese gebraucht wird, um aus dem freien Willen heraus die Überzeugung zu erlangen, die Wahrheit anzunehmen und Falschheit zu verwerfen. Würde man diese klare Einsicht nicht besitzen, so würde man heimlich zur Sünden greifen, wohingegen dies, nicht dem Sinn einer Religion nachkommt.
Schauen wir uns nun den folgenden Koranvers, aus der Sure 2, Vers 256, an:
[2.256] Es gibt keinen Zwang im Glauben. Der richtige Weg ist nun klar erkennbar geworden gegenüber dem unrichtigen....
Der Shiitische Gelehrte Allamah Tabatabei kommentiert an einer Stelle in seinem Werk „Tafsir al Mizan“ (eine shiitische Auslegung zum Koran), diesen Vers wie folgt:
Es gibt keinen Zwang im Glauben...negiert und spricht gegen den Zwang bzw. die Zwangsausübung in der Religion. Die Religion stellt eine Reihe von Wahrheiten dar, an die geglaubt wird und einige von ihnen werden in die Tat umgesetzt (befolgt). Kurz gefasst stellt die Religion eine Ansicht und einen Glauben dar, sie ist eine Gewissensfrage (Gewissenssache, Angelegenheit des Gewissens), wohingegen so etwas nicht durch Nötigung und Zwang gewährleistet werden kann. Man könnte jemanden zwingen gegen seinen Willen eine bestimmte physikalische (körperliche) Handlung auszuüben, jedoch kann er nicht dazu gezwungen werden, gegen seinen Willen zu glauben. Der Glaube beherzigt einen Grund (Beweggrund) und ein Verständnis (eine Erkenntnis) und nichts außer einem Grund (Beweggrund) und einem Verständnis (eine Erkenntnis) kann diesen hervorrufen...
Shiitische Quelle: Tafsir al Mizan, von Allamah al Tabatabei, Sure 2, Vers 256
Widmen wir uns doch gleich der zweiten Textstelle des Verses, nämlich, Der richtige Weg ist nun klar erkennbar geworden gegenüber dem unrichtigen....! Allamah Tabatabei kommentiert sie wie folgt:
"Der richtige Weg ist nun klar erkennbar geworden gegenüber dem unrichtigen."[...] Dieses (der Vers) deutet auf den Grund hinsichtlich des Verbotes von Zwang hin. Eine weise Person begibt sich erst dann zum Zwang, wenn die Wahrheit der Anordnung (des Befehls) nicht erklärt werden kann, entweder da die Person nicht die Fähigkeit (Auffassungsvermögen) besitzt, um sie zu verstehen oder auch aufgrund von anderen Gegebenheiten. Jedoch besteht kein Bedarf für Zwang, hinsichtlich einer wichtigen Angelegenheit, deren Vorteile und Nachteile genau bestimmt (klar definiert) sind und sowohl der Lohn als auch die Bestrafung, hinsichtlich des Akzeptierens und des Zurückweisens, in deutlicher Form erklärt wird. In solch einer klaren Angelegenheit sollte es dem Menschen freistehen, die Richtung seiner Handlung zu bestimmen – ob er sie (die Religion) denn annimmt oder verwirft, ob er nun den Lohn der Folgsamkeit (im Jenseits) beanspruchen möchte, oder bereit ist, die Bestrafung (im Jenseits) auf sich zu nehmen.
Die Wirklichkeiten (Gegebenheiten) der Religion wurden erklärt und ihr Weg wurde festgelegt. Die göttliche Offenbarung und die prophetische Erklärung beleuchten diesen Weg zum höchsten Grade. Es liegt nun eindeutig auf der Hand, dass die Religion (des Islams) der Wahrheit entspricht und es das einzig Wahre ist, sie zu akzeptieren und ihr nachzugehen. Auch ist es eindeutig, dass falls jemand von diesem Weg abkommt, er sich ins Verderben stürzt. Warum sollte irgendjemand, nach all dieser Klarheit, andere dazu zwingen, der Religion zu folgen?
Shiitische Quelle: Tafsir al Mizan, von Allamah al Tabatabei, Sure 2, Vers 256
Der Islam ist eine allumfassende Religion, die zu allem eine Antwort kennt. Sie trägt keine Schwäche mit sich, sodass sie auf andere Menschen durch den Zwang übertragen werden müsste. Eher zwingt das eigene Herz eines Menschen ihn dazu, dem Islam nachzugehen, sobald er durch seine Nachforschung die Werte dieser unfassbaren Religion kennengelernt hat. Die einzigen Waffen des Islams, sind die Logik und die Beweise, sowie die Begründung der Wahrheit, die diese Religion mit sich trägt. Warum sollte der Islam, nachdem er doch von solch einer starken Waffe begleitet wird, die den Verstand der logisch denkenden Menschen anzieht, die Menschen noch dazu zwingen diesen Glauben anzunehmen? Ob man sich nach all dem besagten, nun dem wahren oder dem falschen Weg fügen möchte, bleibt jedem selbst überlassen.
Der Shiitische Gelehrte Allamah Tabatabei kommt in seiner Auslegung des Verses 2:256 zum folgenden Entschluss:
Es ist einer dieser Verse, der uns zeigt, dass der Islam nicht auf dem Schwert und dem Töten beruht und es Muslimen nicht erlaubt ist, andere dazu zu drängen oder gar zu zwingen den Islam anzunehmen. Es steht im Widerspruch zu der Auffassung, die von vielen Muslimen und Nicht-Muslimen getragen wird, nämlich, dass der Islam die Religion des Schwertes sei.
Shiitische Quelle: Tafsir al Mizan, von Allamah al Tabatabei, Sure 2, Vers 256
Ohne Frage existieren auch im Islam radikale Persönlichkeiten bzw. Gruppierungen und Sekten (siehe die Wahhabiten, auch als Salafiten bekannt). Aufgrund von Machtgier, der Freude an Gewalt und einer falschen Auffassung hinsichtlich des Islams, töten sie nicht nur unschuldige Christen und Juden, sondern töten selbst unschuldige Muslime, siehe die Selbstmordanschläge im Irak, Pakistan und Afghanistan etc.! Sie vertreten die Auffassung, dass alle Ungläubigen, darunter zählen auch oft Muslime, die ihrer Weltanschauung nicht entsprechen, vernichtet werden sollten. Die Medien treffen des öfteren die Aussage, dass die Gewalt verherrlichenden unter den Muslimen jene sind, die den Koran wörtlich auslegen. Solch eine Aussage ist jedoch unwahr. Die Antwort ist schlichtweg, dass sie den Koran falsch auslegen, indem sie beispielsweise einige Verse annehmen, währenddessen jedoch andere Verse des Korans verwerfen, die möglicherweise als Erklärung der jeweiligen anderen Verse dienen. Ohne Frage gilt es, sich vor solchen Gruppierungen zu entfernen und sich der Wahrheit zu nähern.
[b] Logische Gründe, die gegen die Zwangsausübung einer Religion sprechen:
Man könnte viele Gründe nennen, doch dies würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Ein Hauptgrund, weshalb kein Zwang im Islam existiert, ist der, dass der Islam wahrhaftige und aufrichtige gläubige Menschen aufnehmen möchte und keine Heuchler. Mittels einer erzwungenen Konvertierung, würde man die Anzahl der Heuchler ins unermessliche steigern und die der wahren Gläubigen verdünnen. Wie negativ der Islam zu den Heuchlern steht, ist aus der Sure 63 des Heiligen Korans, welche den Titel „Die Heuchler“ trägt, zu entnehmen.
[3] Die Aufgabe der Propheten besteht nicht darin die Menschen zum Glauben zu zwingen
So wie das Judentum und das Christentum den Glauben an Propheten und Gesandte Gottes beinhaltet, tut dies auch der Islam. Um die islamische Ansicht, hinsichtlich der Religionsfreiheit und der Ablehnung des Zwangs, zu verstehen, sollten wir uns mit der Rolle der Propheten und Gesandten beschäftigen. Dabei stellt sich nun folgende Frage: Wurden sie gesandt, um den Menschen ihre Botschaft aufzuzwingen? Wurde laut dem Islam der Prophet Moses (as), Jesus (as) und Mohamad (saas) von Gott beauftragt, mittels des Schwertes seine Lehren auf den Menschen zu übertragen? Natürlich widerspricht solch eine Ansicht der Wahrheit! Werfen wir hierfür einen Blick auf die Heilige Schrift des Islams, dem Koran, in dem Gott deutlich die Aufgabe seiner Gesandten hervorhebt. Allah (swt) sagt:
[5.99] Dem Gesandten obliegt nur die Übermittlung (der Botschaft). Und Allah weiß, was ihr offenlegt und was ihr verbergt.
Einst sagten die Menschen aus Mekka zum Propheten Mohamad (saas), dass wenn Gott doch nicht wollte, dass sie Götzen bzw. Idole anbeten, warum er sie dann nicht entschieden daran hindern würde. Daraufhin sandte Gott folgende Botschaft, die im Koran wie folgt lautet:
[16.35] Diejenigen, die (Allah etwas) beigesellen, sagen: "Wenn Allah gewollt hätte, hätten wir nichts anstatt Seiner gedient, weder wir noch unsere Väter, noch hätten wir etwas ohne Seinen (Befehl) verboten." (Oh Mohamad) So handelten (auch) diejenigen, die vor ihnen waren. Obliegt denn den Gesandten etwas anderes als die deutliche Übermittlung (der Botschaft)?
Dieser Vorwand der Götzendiener und einiger vom schwachen Verstand geprägten Menschen, existierte so gut wie zu allen Zeiten. Sie stellten bzw. stellen Fragen wie: Warum zwingt denn Gott die Menschen nicht dazu ihn allein anzubeten und seiner Richtung zu folgen, besitzt ein Gott etwa nicht die Macht dazu? Die Antwort auf eine derartige Äußerung ist, dass dies gegen den Freien Willen, den Gott dem Menschen gewährte, sprechen würde. Wie wir aus den obigen Versen entnehmen, besteht die alleinige Aufgabe der Gesandten darin, die Botschaft zu übermitteln. Ob die Menschen nun diese Botschaft akzeptieren oder nicht, so ergibt sich dies aus ihrer eigenen Entscheidung.
Hierzu ist beispielsweise auch folgender Vers interessant. Allah (swt) sagt zum Propheten Mohamad:
[42.48] Wenn sie sich nun abwenden (und deiner Aufforderung keine Folge leisten), ist das ihre Sache. Wir haben dich nicht als Hüter über sie gesandt. Du hast nur die Botschaft auszurichten[...]
[42.48] Wenn sie sich nun abwenden (und deiner Aufforderung keine Folge leisten), ist das ihre Sache. Wir haben dich nicht als Hüter über sie gesandt. Du hast nur die Botschaft auszurichten[...]
Dies heißt, wenn sie denn die Botschaft ablehnen, so lasse von ihnen ab, denn die Aufgabe die dir zusteht, hast du zufriedenstellend erfüllt, ob sie deinem Aufruf nun Folge leisten, so ist diese ihre Entscheidung, du bist nicht mehr verantwortlich für sie.
[4] Die Kritiker vs. Prophet Mohamad! Zwang Mohamad die Menschen dazu den Islam anzunehmen?
Wuchs die Anzahl der Muslime zu Zeiten des Propheten Mohamad (saas), da er die Leute einschüchterte, zum Islam zwang und sie mit dem Schwert bekehrte? Natürlich nicht. Die bisherigen Beweise, die wir nannten, zeigen deutlich, dass derartige Äußerungen eine Lüge sind und der islamischen Auffassung der Botschaftsverkündung widersprechen. Wir sollten nun einen Schritt weitergehen, indem wir mittels einer Überlieferung aufzeigen, was der Prophet Mohamad(saas) von der Zwangsbekehrung wirklich hielt. In dieser Überlieferung wird Imam Ridha (ein Mitglied der Ahlulbeit, der Familie des Propheten Mohamad) über zahlreiche islamische Angelegenheiten befragt. Nehmen wir uns eine wichtige Stelle aus dieser Überlieferung zu Herzen, in welcher der Prophet Mohamad (saas) zitiert wird:
Tamim ibn Abdullah ibn Tamim al-Qurashi – möge Allah mit ihm zufrieden sein – berichtet, dass sein Vater überlieferte, der sich auf Ahmad ibn Ali Al-Ansari berief, berufend auf Abi Salt Abdul Salam ibn Salih al-Harawi: [...]Al Mamun (la) fragte: Oh Sohn vom Propheten Gottes (Imam Ridha ist hiermit gemeint). Wie ist die Bedeutung der folgenden Worte vom ehrenwerten und erhabenen Gott, [10:99] Und wenn dein Herr wollte, würden fürwahr alle auf der Erde zusammen gläubig werden. Willst du etwa die Menschen dazu zwingen, gläubig zu werden? [10:100] Keiner Seele ist es möglich zu glauben, außer mit Allahs Erlaubnis. Und Er zürnt denjenigen, die nicht begreifen."
Al-Ridha (s) antwortete, ‘Mein Vater Musa ibn Ja’far (s) berichtet, dass sein Vater Ja’far ibn Muhammad (s) zitierte, sich berufend auf seinen Vater Muhammad ibn Ali (s), berufend auf Ali ibn Al-Hussein (s), berufend auf seinen Vater Al-Hussein ibn Ali (s), berufend auf seinen Vater Ali ibn Abi Talib (s), der sagte:
Die Muslime sagten zum Gesandten Gottes (Mohamad saas.): Oh Gesandter Gottes! Wir wünschten es uns, dass du jene, die du bezwungen hast, dazu gezwungen hättest den Islam anzunehmen, sodass unsere Anzahl schließlich steige und unsere Stärke zunehme gegenüber unseren Feinden!
Der Gesandten Gottes antwortete: Ich möchte nicht den ehrenwerten und erhabene Gott antreffen, indem ich eine Erneuerung (Bid3a) [1] erfunden haben, die er mir nicht befahl zu tun. Ich bin nicht die Art von Person, die andere dazu zwingt, überhaupt etwas zu tun.
Da offenbarte Gott folgendes: [10.99] [Oh Mohamad] Und wenn dein Herr wollte, würden fürwahr alle auf der Erde zusammen gläubig werden[...]" [Imam Ali erklärt wie es Gott tun würde] und dies dadurch, indem er (Gott) sie dazu gezwungen hätte oder er ihnen keine andere Wahl überlassen würde, während sie sich auf der Erde befinden, verglichen mit jenen, die glauben werden, erst nachdem sie Gottes Macht und Bestrafung am Jüngsten Tag gesehen haben.
(Der Prophet Mohamad sagt:) Wenn ich solch eine Sache getan hätte (sie zu zwingen), würden sie keinen Lohn von mir verdienen. Weder noch würden sie irgendeinen Lob verdienen. Eher würde ich es mir wünschen, dass sie es (den Islam) mittels ihrer eigenen Entscheidung annehmen würden, statt dazu gezwungen zu werden, um es sich schließlich zu verdienen, mir nahe zu sein und geehrt zu sein und im Paradies für immer zu verweilen. Gottes Worte werden fortgeführt mit:[...]Willst du etwa die Menschen dazu zwingen, gläubig zu werden?[...]
Shiitische Quelle: Uyun Akhbar al Ridha, Band 1, Kapitel 11, Seite 244-246, Hadith 11-33
[1] Eine Bida ist eine Tat, die der Islamischen Sharia (Gesetzgebung) widerspricht. Laut der Religion des Islams, begegnet einem Menschen eine hohe Strafe, wenn er denn eine solche einführt.
Ein klares Beispiel, wie der Prophet Mohamad (saas) selbst mit jenen umging, die Krieg gegen ihn führten (aufgrund der Eifersucht des wachsenden Einflusses des Islams etc.) und besiegt wurden. Obwohl er sie bezwang, drängte er sie nicht dazu den Islam anzunehmen, denn dies würde den Islamischen Grundsätzen widersprechen.
Folgender Vers tauchte in der obigen Überlieferung auf:
[10:99] Und wenn dein Herr wollte, würden fürwahr alle auf der Erde zusammen gläubig werden. Willst du etwa die Menschen dazu zwingen, gläubig zu werden?
Abgesehen von den zuvor benannten Versen, spricht sich auch dieser Vers für die Religionsfreiheit aus und stellt einen wesentlichen Teil des freien Willens dar. Er macht uns deutlich, dass Gott dem Menschen auf Erden die Entscheidung überließ, den Glauben anzunehmen oder ihn zu verwerfen. Auch besagt der Vers, dass Gott alle Menschen im gleichen Sinne erschaffen könnte, sodass sie folglich alle gläubig wären. Doch dies liegt nicht im Interesse Gottes, denn aufgrund des freien Willens, welchen Gott dem Menschen bescherte, steht dem Menschen selbst die Aufgabe zu, bestrebt danach zu sein den wahren Weg zu finden, indem er Forschungen anstellt etc.! Deshalb gilt der Glaube als eine moralische Errungenschaft und nicht als eine zwingende bzw. aufgezwungene Angelegenheit.
[b] Der Prophet Mohamad ermahnte die Menschen nur zu ihren Gunsten und zwang sie nicht die Botschaft anzunehmen:
Der Prophet Mohamad (saas) wurde nicht gesandt, um die Menschen zu tyrannisieren und sie zum Islam zu zwingen. Denn welch eine Vorzüglichkeit vor Gott, besäße schon ein Mensch , der den Glauben nur gezwungenermaßen im Herzen trägt und ihm nicht mit vollster Überzeugung nachgeht. Und welch eine Vorzüglichkeit besäße erst ein Prophet, der nicht im Stande ist, eine Religion durch seine Zunge, mittels von Beweisen, aufzuzeigen? Deshalb sollte es jedem verständlich sein, dass der Prophet Mohamad (saas) nur gesandt wurde, um die Leute zu unterrichten, sie zu ermahnen, ihnen den richtigen Weg aufzuzeigen und sie vor dem falschen zu warnen. Diesen Fakt entnehmen wir aus dem Koran:
[88:21] So ermahne; du bist nur ein Ermahner. [88:22] und hast keine Gewalt über sie (sodass du sie etwa zum Glauben zwingen könntest).
[...]und hast keine Gewalt über sie, gibt dem Propheten nochmals zu verstehen, dass er, als ein Ermahner, für ihre Abweichung vom wahren Weg nicht verantwortlich ist, eher tragen sie selbst die Verantwortung dafür. Folglich bleibt es ihnen überlassen, ob sie nun dieser Ermahnung nachgehen oder ihren eigenen Weg einschlagen. Auch dieses wird durch den folgenden Vers aus dem Heiligen Koran bestätigt:
[18:29] Und sag (Oh Mohamad): (Es ist) die Wahrheit von eurem Herrn. Wer nun will, der soll glauben, und wer will, der soll ungläubig sein. Gewiß, Wir haben den Ungerechten ein Feuer bereitet, dessen Zeltdecke sie umfangen hält. Und wenn sie um Hilfe rufen, wird ihnen mit Wasser wie geschmolzenem Erz geholfen, das die Gesichter versengt - ein schlimmes Getränk und ein böser Rastplatz! [18:30] Diejenigen, die glauben und rechtschaffene Werke tun - gewiß, Wir lassen den Lohn derer nicht verlorengehen, die die besten Taten begehen. [18:31] Für jene wird es die Gärten Edens geben, wo unterhalb von) ihnen Flüsse strömen. Geschmückt sind sie darin mit Armreifen aus Gold, und sie tragen grüne Gewänder aus Seidenbrokat und schwerem Brokat, indem sie sich darin auf überdachten Liegen lehnen. Wie trefflich ist die Belohnung und wie schön der Rastplatz!
Die Aufgaben eines Ermahners bestehen natürlich auch darin, die Menschen über die Konsequenzen ihrer Taten im Jenseits aufzuklären. Dies taten alle Propheten und so auch Mohamad (saas), der, wie wir aus den obigen Versen entnehmen, die Menschen sowohl über die schlimmen Konsequenzen im Jenseits informiert, wenn sie denn die wahre Botschaft ablehnen, als auch über den Lohn, wenn sie sich ihrer (der Botschaft) annehmen, gefolgt von den guten Werken, die von ihnen praktiziert werden.
Um dieses Kapitel abzuschließen, nochmals ein Vers, der den Menschen, trotz dessen, dass ihnen die wahre Botschaft gezeigt wurde, die Freiheit zuspricht, ihre Entscheidungen selber zu fällen:
[6.104] Wahrlich, sichtbare Beweise sind nunmehr von eurem Herrn zu euch gekommen; wenn einer also einsichtig wird, so ist es zu seinem eigenen Vorteil, und wer blind ist, der ist es zu seinem eigenen Nachteil. Und ich bin nicht Hüter über euch.
Jene, die diese Zeichen als Fackeln des Lichtes benutzen, um ihren Weg zu erleuchten, ist dies zu ihrem eigenen Nutzen. Was jedoch jene angeht, die ihre Augen schließen und blind umher laufen, obwohl doch der Weg mit solch einem hellen Licht (der Wahrheit) erleuchtet wurde, so verlieren sie sich selbst und sorgen für ihr eigenes Verderben.
Der Satzteil des obigen Verses, ...Und ich bin nicht Hüter über euch, besagt uns, ich, der Prophet Mohamad, bin nicht verantwortlich für jenes was ihr tut, denn in den Augen Gottes, ist jeder für seine eigenen Taten verantwortlich. Meine Aufgabe besteht nur darin, euch die Botschaft Gottes zu überbringen und dies in einer guten Art und Weise.
All diese und weitere Verse zeigen uns, wie der Islam sich für die Religionsfreiheit ausspricht und den Zwang in klarer Form verneint. Jeder besitzt die freie Wahl zu entscheiden, welchen Weg er nun einschlagen möchte. Der Islam ist eine Religion des Verstands, der Logik, der Wissenschaft und der Forschung. Und genau diese Faktoren sind es, die die Menschen dazu bewegten und dies auch heute noch bewegt, diesen Glauben anzunehmen.
[c] Beispiele aus der Vergangenheit, wie der Prophet Mohamad (saas) der Religionsfreiheit nachging:
[c] Beispiele aus der Vergangenheit, wie der Prophet Mohamad (saas) der Religionsfreiheit nachging:
Dem Propheten des Islams begegneten viele Schwierigkeiten. Selbst an seinem eigenen Geburtsort, in der Stadt Mekka, war er vor der Verfolgung (durch die Götzendiener etc.) nicht verschont geblieben. Schlussendlich wurde er gezwungen nach Medina auszuwandern. Doch trotz all der Unterdrückung und der körperlichen Folter, die seine Anhänger in Mekka hinnehmen mussten, begegnete er den Ungläubigen mit Toleranz und Duldsamkeit. In einer Etappe seiner Mission, las er ihnen einen kleinen Abschnitt aus der Offenbarung Gottes (dem Koran) vor:
[109.1] Sag: O ihr Ungläubigen, [109.2] ich diene nicht dem, dem ihr dient, [109.3] und ihr dient nicht Dem, Dem ich diene. [109.4] Und ich werde (auch) nicht dem dienen, dem ihr gedient habt, [109.5] Und ihr werdet nicht Dem dienen, Dem ich diene. [109.6] Euch eure Religion und mir meine Religion.
Als der Prophet Mohamad (saas) nach Medina auswanderte, sah er, dass neben jenen, die den Islam annahmen, sich dort auch eine große jüdische Gemeinde befand. Dies beunruhigte ihn jedoch nicht und er zog es auch nicht in Erwägung sie zum Islam zu zwingen. Stattdessen vereinbarte er mit ihnen ein Friedensabkommen und bezeichnete sie als Ahl-ul-Kitab - Die Leute der Schrift. Dies war in der Tat ein Paradebeispiel der Toleranz, die er den Anhängern anderer Religionen entgegenbrachte.
Dieses Friedensabkommen zwischen dem Propheten und den Juden aus Medina garantierte ihnen beispielsweise folgende Vorteile:
- Sicherheit und den Schutz der Jüdischen Gemeinde
- Sie sollten mit den Muslimen eine gemischte Nation bilden
- Sie durften, wie die Muslime, ihre Religion frei ausleben
- und viele weitere Dinge ...
So sehen wir, wie selbst die Geschichte beweist, dass der Prophet des Islams das Interesse verfolgte, mit anderen Religionen in Frieden zu leben, speziell mit den Juden und den Christen. Nicht-Muslime [wie Juden, Christen, Zoroastrier und andere Nicht-Gläubige Gruppen], die in einem islamischen Staat leben, werden als Dhimmi bezeichnet. Der islamische Staat ist für ihren Schutz verantwortlich (sie müssen, wie die Muslime, eine Steuer zahlen, um alle Vorteile zu genießen), wie wir aus den zuvor benannten Punkten entnehmen (das Beispiel mit den Juden). Der Prophet Mohamad (saas) sagte in einer Überlieferung, hinsichtlich der Dhimmis, folgendes:
Jener, der einen Dhimmi verletzt, hat gewiss auch mich verletzt.
Shiitische Quelle: Bihar al-Anwar, von al-Majlesi, Band 22, Seite 486
Derartige Gesetze motivierten viele Nicht-Muslime dazu, in einem islamischen Staat (geführt vom Propheten Mohamad saas.) zu leben, da er ihnen wirtschaftliche Garantien zusicherte und eine solide Sicherheit gewährte.
Auch die Briefe, die der Prophet an die Oberhäupter verschiedener Länder und Nationen im Umkreis Arabiens richtete, sind sehr interessant. In keinem dieser Briefe drohte der Prophet (saas) mit militärischen Aggression, falls sie denn nicht die Botschaft des Islams akzeptieren sollten. Der Brief zum christlichen König von Abessinien endet beispielsweise mit den Worten: Ich habe die Botschaft übermittelt und nun liegt es an ihnen sie zu akzeptieren. Nochmals, der Friede sei mit jenem, der die Rechtleitung folgt.
[5] Schlussfolgerung
Durch die erwähnten Verse des Heiligen Koran und Überlieferungen (und dies waren bei weitem nicht alle), sollte es nun klar sein, dass sich der Islam die Religionsfreiheit gewährleistet und den Zwang verbietet. Befasst man sich in einer neutralen Art und Weise mit dem Islam, so würde das Besagte auch mit dem menschlichen Verstand übereinstimmen. Da der Mensch heutzutage jedoch dem Lesen abgeneigt ist, es vorzieht sich gemütlich vor den Fernseher zu setzen und die Medien als erste Quelle der Wissensbeschaffung für sich beansprucht, ist es kaum verwunderlich, dass er vom Islam ein falsches Bild erhällt. Ist es doch kein Geheimnis mehr, dass viele der Medien einen offenen Krieg gegen diese Religion führen. Doch möchte ich in dieser Schlussfolgerung auch Beispiele aufzeigen, über Menschen, die sich mit dem Islam sachlich befassten. Trotz dessen, dass sie Nicht-Muslime waren, sind sie zum folgenden Entschluss gekommen:
Mahatma Ghandi (1869-1948) - Indischer Denker, Staatsmann und nationaler Führer, sagte über den Islam folgendes:"....Ich bin mir nunmehr sicherer als ich es je war, dass es nicht das Schwert war, welches in jenen Tagen einen Platz für den Islam gewann, im Gang des Lebens. Es war die unbeugsame Einfachheit, die komplette Aufopferung des Propheten, die penible Einhaltung seiner Versprechen, seine völlige Hingabe seinen Freunden und Anhängern gegenüber, seine Beherztheit, seine Furchtlosigkeit, sein absolutes Vertrauen zu Gott in seiner eigenen Mission. All dies, und nicht das Schwert haben alles getragen und jede Art von Schwierigkeiten überwunden."
[Young India (periodisch erscheinend), 1928, Band X]Al-shia.de Übersetzung
James Albert Michener, Author von vielen historischen Romanen und Werken, schrieb über den Islam: Keine andere Religion der Geschichte verbreitete sich dermaßen schnell wie der Islam. Der Westen hat verbreitend daran geglaubt, dass dieser Anstieg der Religion durch das Schwert möglich gemacht wurde. Jedoch akzeptiert kein moderner Gelehrter diesen Gedanken und der Koran spricht sich ausdrücklich für die Unterstützung der Gewissensfreiheit aus.
Quelle: 'Islam: The Misunderstood Religion' Reader’s Digest, Mai 1955, Seite 68-70
Dies waren nicht alle westlichen Denker, Autoren und Philosophen, die sich diesbezüglich äußerten. Es wird hinsichtlich dessen noch ein separat geführter Vortrag erscheinen.
Es sollte bezüglich dem Gespräch mit unseren Mitmenschen immer ein Grundregelsatz gelten, damit es überhaupt zu einer friedvollen Diskussion kommen kann. Man sollte sich über gewisse Dinge nicht ausgerechnet bei den Menschen schlau machen, die gegen diese sind bzw. schon gegen die Grundidee der jeweiligen Sache hetzen. Dieses Verhalten würde nämlich dem Verstand und der Vernunft widersprechen.
Ich möchte diesen Artikel mit folgender Überlieferung abschließen und nochmals beweisen, wie der Islam zur Religionsfreiheit steht. Diesmal tätigt der Cousin des Propheten Mohamad (saas), nämlich Imam Ali (as) einen weisen Ausspruch. Imam Ali (as) stand dem Propheten am nächsten und befand sich regelrecht so gut wie immer in seiner Anwesenheit. Er sagt in einer Überlieferung folgendes:
Wisse oh Malik (ein Gefährte von Imam Ali), dass zwei Arten von Menschen existieren: Jene, die der gleichen Religion wie du angehören, diese sind deine Brüder und jene, die einer anderen Religion als deiner angehören, sie sind Menschen wie du. Menschen der beiden Gruppen leiden an den gleichen Schwächen und Lasten, zu denen sie neigen. Sie begehen Sünden, sie geben sich den Fehlern hin, entweder absichtlich oder aus Einfältigkeit und unabsichtlich, ohne dabei das ungeheure Ausmaß ihrer Taten zu erkennen. Lasse deine Barmherzigkeit und dein Erbarmen (Mitgefühl) zu ihrer Rettung und Hilfe eilen, in gleicher Weise und im gleichen Ausmaß, wie du es von Allah erwartest, dass er dir Barmherzigkeit und Vergebung erweist.
Shiitische Quelle: Naghul Balagha, Brief 53
Wir glauben, dass wenn die Muslime dies tun, welches ihre Religion ihnen befiehlt zu tun, ihre Taten allein dafür ausreichen, um den Islam zu präsentieren und ihn auszubreiten. Und kein Zwang ist dafür erforderlich.
Viele Fragen sind auch nach diesem Beitrag noch offen. Wir werden diese anhand neuer Vorträge beantworten.
Autor: Mohamad.A Internetseite: Shiat-mohamad.blogspot.com
