In diesem Artikel werden wir euch die shiitische Meinung bezüglich des Sehens von Allah (swt) aufzeigen. In einigen Fällen werden wir unsere Meinung auch mit der Meinung der Ahlulsunnah und den Wahabiiten vergleichen. Nicht auszuschließen ist, dass in einigen Fällen Meinungsverschiedenheiten existieren, die hier nicht erwähnt wurden.
[1] Allah kann man nur mit dem Herzen "sehen"
Im Gegensatz zu den Augen und dem Verstand, kann das Herz Allah (swt) "sehen". Diese innere spirituelle Wahrnehmung von Allah (swt) entsteht, indem man die Eigenschaften (Barmherzigkeit, Herrlichkeit, Allmacht etc.) und Zeichen Gottes (Natur, Planeten etc.), gefolgt von weiteren Dingen, im gewissen Maße erkennt. Diese Art des Sehens begrenzt Allah (swt) nicht, da wir nicht seine Essenz bzw. Wesen wahrnehmen und seine Essenz bzw. sein Wesen uns nicht in irgendeiner Art und Weise offenbart, enthüllt oder preisgegeben wird. Wir haben nur mit unserem Gewissen festgestellt, dank seiner Zeichen, dass Er (swt) nicht "Nicht-Existent" ist und nicht von uns abwesend ist:
Ein Mann, der bekannt war unter dem Namen Tha'lab, fragte Imam Ali (as): Hast du jemals deinen Herrn gesehen? Der Imam antwortete: Wehe dir, oh Thalab! Ich bin nicht jener, der einen Gott anbetet, den er nicht gesehen hat. Thalab fragte daraufhin nochmals: Wie hast du ihn gesehen, beschreibe ihn uns! Der Imam antwortete: Die Augen sehen ihn nicht, jedoch sehen ihn die Herzen, durch den wahren Glauben.
Shiitische Quelle: Bihar al-Anwar, von al Majlisi, Band 4, Seite 27
Sheikh al Saduq berichtet mit seinem Isnad von Abdillah ibn Sinan, von seinem Vater, der sagte: Ich war mit Aba Jafar (Imam Baqir as.), als plötzlich ein Mann von den Khawarij hineinkam und fragte: Oh Aba Jafar! Was betest du an? Der Imam antwortete: Allah (swt)! Der Mann fragte: Hast du ihn gesehen? Der Imam antwortete: Die Augen können ihn nicht sehen mit der Sehkraft (Sichtung). Jedoch haben ihn Herzen gesehen mit (durch) dem wahren Glauben. Man kann ihn nicht verstehen durch Vergleiche. Auch kann er nicht mit den eigenen Sinnen (eines Menschen) wahrgenommen werden. Er gleicht den Menschen nicht. Er wird durch die Verse beschrieben und durch seine Zeichen erkannt. Er unterdrückt keinen bei seinen Entscheidungen (seiner Herrschaft). Er ist Allah, neben dem es keinen Gott gibt, außer ihm.
Shiitische Quelle: Al Tauhid, Seite 109
[2] Der Prophet Mohamad (saas) sah Allah (swt)?
Bevor wir zu diesem Kapitel übergehen, möchte ich dem Leser diese sunnitische Seite empfehlen, um das Konzept der Ahlulsunnah bezüglich des Sehens von Allah (swt) im gewissen Maße zu verstehen [Klick mich].
Unter den Sunniten (Asha3ira und Maturidia etc.) gibt es diesbezüglich Meinungsverschiedenheiten:
Beispielsweise sagt der berühmte sunnitische Hadithspezialist und hanafitische Gelehrte Mulla Ali al Qari folgendes: Es herrscht eine Einigkeit unter den Muslimen (Gelehrten), dass kein Gläubiger Allah (swt), den Höchsten, mit seinen Augen in dieser Welt sehen wird. Die Gelehrten unterscheiden sich nur bezüglich des Gesandten Allahs (saws), ob er Allah (swt) nun bei seinem Aufstieg zum Himmel (Mi'raj) gesehen hat.
Sunnitische Quelle: Sharh Fiqh al-Akbar, Seite 354
In sunnitischen Überlieferungen wird darüber berichtet, dass Abdallah ibn Abbas und andere berichteten, dass der Prophet Mohamad (saas) Allah (swt) gesehen hat, während Aisha und Abdallah ibn Masud es verneint haben, dass der Prophet Allah (swt) mit seinen tatsächlichen Augen gesehen hat. Aus dem kommenden sunnitischen Hadith wird Aishas Sicht klar:
Berichtet von Masruq: Ich fragte Aisha: Oh Mutter! Sah der Prophet Mohamad seinen Herrn? Aisha sagte: Was du da sagtest, sträubte meine Nackenhaare. Wer dir auch immer sagt, dass Mohamad seinen Herrn sah, so ist dieser ein Lügner. Daraufhin rezitierte Aisha den Vers: [6.103] Die Blicke erfassen Ihn nicht, Er aber erfaßt die Blicke. Und Er ist der Feinfühlige und Allkundige. [42:51] Und es steht keinem menschlichen Wesen zu, daß Allah zu ihm spricht, außer durch Eingeben (von Offenbarung) oder hinter einem Vorhang[...]Aisha sagte weiter: Und wer dir auch immer sagt, dass der Prophet weiß, was am Morgen passieren wird, so ist dieser ein Lügner. Sie rezitierte dann:[31:34]...Niemand weiß, was er morgen erwerben wird,[...]Und wer dir auch sagt, dass Er verschwieg (einige Befehle Gottes), so ist dieser ein Lügner. Daraufhin rezitierte sie: [5:67] O du Gesandter, übermittele, was zu dir (als Offenbarung) von deinem Herrn herabgesandt worden ist![...]Aisha fügte hinzu: Hingegen sah der Prophet (saw) Gabriel zwei mal in seiner richtigen Gestalt.
Sunnitische Quelle: Sahih al Bukhary, Band 6, Buch 60, Nummer 378Online Link: [Hier klicken] und unter Volume 6, Book 60, Number 378 nachschauen
So sagen einige sunnitische Gelehrte, dass die Sichtung Gottes mit den Augen des Herzens erfolgte. Wiederum andere sunnitische Gelehrte sagen, dass die Sichtung mit den Augen des Kopfes zu Stande kam. Der sunnitsche Gelehrte Imam al-Bajuri sagte, dass die bevorzugte Position der Gelehrten, die ist, dass der Prophet Mohamad (saas) Allah (swt) mit den Augen des Kopfes, während des Mi'raj und Isra, sah.
Der sunnitische Gelehrte Ibn Arabi bekräftigt den Standpunkt, dass der Prophet Allah (swt) sah, mit dem Argument, dass alles was über den Himmeln ist, zur nächsten Welt zählt, während alles was unter den Himmeln ist zu dieser Welt zählt. So war die Sichtung nach seiner Meinung, eine Art von Sichtung in der nächsten Welt und das Allah (swt) in der nächsten Welt gesehen wird, wird wiederum von der Ahlulsunnah nicht abgestritten (mehr nachzulesen: Ma3arif al-Quran, 3/412).
Doch um nun die shiitische Sicht preiszugeben, so lehnen wir auch dies strickt ab. Unsere Meinung basiert auf Koran und Sunnah, überliefert von der reinen Familie des Propheten Mohamad (saas), die seine Meinung am besten kannten. Zuerst einmal folgt das Urteil eines Gelehrten, bezüglich dieser Thematik:
Ich stellte Ayatullah Makaram al Shirazi folgende Frage: Wir Shiiten vertreten die Meinung, dass Allah (swt) nicht gesehen werden kann. Ist es jedoch wahr, dass Mohamad (saas) beim Mi'raj(der Aufstieg zum Himmel) das Licht von Allah (swt) sah?
[Übersetzung] Antwort: Dies war eine Art von Intuition und Sichtung mit den Augen des Herzens und nicht mit den Augen des Kopfes.
Überlieferungen aus unseren shiitischen Werken bestätigen, dass der Prophet Mohamad (saas) Allah (swt) nicht mit seinen Augen des Kopfes sah, sondern "nur" das Licht mit den Augen seines Herzen:
Muhamad ibn abu Abdallah berichtete von Ali ibn abu al Qasim, von Muhamad ibn abu Abdallah,von Yaqub ibn Ishaq, der an Imam Abu Muhamad al Askari (as) schrieb und ihn folgendes fragte: Ich fragte den Imam: Wie kann ein Anbeter seinen Herrn anbeten, den er jedoch nicht sieht? Der Imam schrieb als Antwort: Oh Abu Yusuf, mein Herr, mein Meister und mein Wohltäter und der Wohltäter meiner Vorfahren, ist zu erhaben darüber gesehen zu werden. Ich ( Yaqub ibn Ishaq) fragte ihn: Hat der Gesandte Allahs (saas) seinen Herrn gesehen? Der Imam antwortete schriftlich und unterschrieben: Allah, der Heiligste, der Höchste, zeigte seinen Propheten in seinem Herzen das Licht seiner Größe, soviel er es vermochte.
Shiitische Quelle: Al Kafi, Band 1, Seite 95
In meiner Recherche bin ich auf eine sunnitische Überlieferung gestoßen, die folgendes besagt:
Allah hat seine beiden besonderen Segnungen zwischen Moussa und Muhamad aufgeteilt - das Geschenk(die Gabe) der direkten Kommunikation und das Geschenk (die Gabe) Allah zu sehen. So sah ihn Mohamad (saws) zwei male und Moussa (as) sprach mit ihm zwei male.
Sunnitische Quelle: al-Tauhid von Ibn Khuzaimah, Seite 202
Wie wir sehen behauptet diese Überlieferung, dass der Prophet Mohamad (saas) Allah (swt) in dieser Welt sah. Mal ganz abgesehen davon, ob diese Überlieferung nun laut sunnitischem Standard authentisch ist oder nicht, möchte ich die direkte Gegenantwort, mittels einer authentischen shiitischen Überlieferung preisgeben, um zu zeigen, wie die Familie des Propheten Mohamad (saas), nämlich die Ahlulbayt, mit falschen Überlieferungen umging:
Ahmad ibn Idris berichtete von Muhamad ibn Abd al-Jabbar, von Safwan ibn Yahya, der folgendes sagte: Abu Qurrah (Musa ibn Tariq al-Yamani al-Zabudi), ein Haditherzähler, bat mich, ihm zu abu al-Hassan al Ridha (as) zu bringen. Ich bat den Imam um Erlaubnis und die Audienz wurde gestattet. Er befragte den Imam darüber, was erlaubt und unerlaubt ist und über die Regeln, hinsichtlich der islamischen Gesetze (des islamischen Rechts). Schließlich stellte er Fragen über die Einheit Gottes (Tauhid).
Abu Qurrah sagte: Wir (die Überlieferer von Hadithen) berichten (überliefern), dass Allah, der Allmächtige, seine Ru2ya (gesehen zu werden) und seine Rede (al Kalam) zwischen zwei Propheten aufteilte. Moses (as) gab er die Möglichkeit seine Rede zu hören und dem Propheten Mohamad (saas) die Gelegenheit ihn (Allah) zu sehen.
Imam abu al Hassan (as) sagte: Wenn es so ist, wie du es sagt, wer war es denn, der die Botschaft Allahs den zwei Gemeinschaften überbrachte und zwar der Menschheit und den Jinns, mit den folgenden Worten des Korans: [6:103] Die Blicke erfassen Ihn nicht, Er aber erfaßt die Blicke. Und Er ist der Feinfühlige und Allkundige. [20:110] Er weiß, was vor ihnen und was hinter ihnen liegt, sie aber umfassen es nicht mit (ihrem) Wissen. Und [42:11] Nichts ist Ihm gleich;. War es denn nicht Mohamad (saas), der die zuvor benannten Verse predigte, fragte der Imam (as).
Abu Qurrah antwortete daraufhin: Ja, es war der Prophet Mohamad (saas).
Der Imam (as) sagte: Wie kann eine Person, die solch eine Botschaft den gesamten Geschöpfen übermittelte und dabei sagte, dass er diese Botschaft auch von Allah (swt) bekam[...]sagen: Ich sah ihn mit meinen eigenen Augen? Ich beschränkte ihn mit meinem Wissen und er glich dem Menschen? Solltest du dich denn dafür nicht schämen? Selbst ein Atheist sagt nicht, dass ein Prophet erst eine Sache von Allah (swt) brachte und dann von ihm andere Dinge predigte, die der ersten widersprachen.
Abu Qurrah sagte daraufhin: Sagte denn nicht Allah (swt) selbst, [53:13] Und er sah ihn ja ein anderes Mal herabkommen?
Imam abu al Hassan (as) sagte: Die anderen Verse deuten darauf hin, was der Prophet wirklich sah: [53:11] Nicht hat sein Herz erlogen, was es sah. Dies bedeutet, dass das Herz von Mohamad (saas) nicht gelogen hat, über dessen was er sah. Folglich sagte Allah (swt) in einem darauffolgenden Vers: [53:18] Wahrlich, er sah von den Zeichen seines Herrn die größten. Die Zeichen von Allah sind nicht Allah selbst. Allah sagte auch: [20:110]...sie aber umfassen es nicht mit (ihrem) Wissen. Wenn die Augen ihn doch sehen könnten, so würden die Menschen in möglicherweise mit ihren Wissen umfassen (einschränken) und Er könnte vollständig beschrieben werden.
Abu Qurrah fragte: Schenkst du diesem Hadith keine Beachtung?
Imam abu al Hassan (as) antwortete: Wenn Überlieferungen dem Koran widersprechen, so schenke ich ihnen keine Beachtung. Zudem glauben alle Muslime daran, dass Allah (swt) nicht beschränkt werden kann, mittels des Wissens (von irgendjemanden) und das die Augen ihn nicht sehen können und das ihm nichts gleicht.
Shiitische Quelle: Al Kafi, Band 1, Seite 95 und al Tauhid von al Saduq Seite 110-112Haditheinstufung: Laut dem shiitischen Gelehrten al Majlisi: Sahih (authentisch), siehe Miratul Uqool, Band 1, Seite 328
Natürlich sah der Prophet während des Mihraj (dem Aufstieg zum Himmel) auch mit seinen tatsächlichen Augen Dinge. Was Allah (swt) jedoch anbelangt, so sah er einige Zeichen von ihm (wie Licht) mit seinem Herzen. Ausgeschlossen ist laut uns Shiiten, dass er Allahs (swt) Wesen oder auch nur ein Teil von seinem Wesen, mit seinen bloßen Augen sah.
[3] Wir werden Allah (swt) im Paradies sehen bzw. besuchen?
Die zuvor zitierten shiitischen Überlieferungen zeigten uns, dass Allah (swt) im Allgemeinen nicht gesehen werden kann, sei es in dieser Welt oder auch in der Kommenden. Nun möchten wir uns expliziter mit der Nächsten Welt beschäftigen, dem Jüngsten Tag, das Paradies etc.! Die Sunniten (Asha3ira und Maturidia) und Wahabiiten glauben daran, dass sie Allah (swt) im Jenseits sehen werden. Sie unterstützen ihre Ansicht mit Überlieferungen, wie beispielsweise folgende:
Abu Huraira, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete: Einige Leute sagten zum Gesandten Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm: O Gesandter Allahs, werden wir am Tage der Auferstehung unseren Herrn sehen? Der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, entgegnete: Habt ihr Zweifel daran, daß ihr in einer Vollmondnacht den Mond sehen könnt? Sie sagten: Nein, o Gesandter Allahs! Er sagte weiter: Bezweifelt ihr, daß ihr an einem wolkenlosen Tag die Sonne sehen könnt? Sie sagten: Nein! Er sagte: Genauso werdet ihr Ihn (am Tag der Auferstehung) sehen können! An diesem Tag wird Allah die Menschen sammeln und ihnen sagen: Schließt euch dem an, dem ihr göttliche Verehrung erwiesen habt! So werden sich diejenigen, die die Sonne anbeteten, ihr anschließen; und diejenigen, die den Mond anbeteten, ihm anschließen; und diejenigen, die den Abgöttern dienten, ihnen anschließen. Schließlich bleiben diese Gemeinde und die Heuchler darunter übrig. Allah, Segensreich und Erhaben sei Er, wendet sich dann ihnen zu, aber in einer anderen Form als diese, die sie kennen, und sagt: Ich bin euer Herr! Sie entgegnen: Wir nehmen bei Allah Zuflucht vor dir und wir werden hier bleiben, bis unser Herr zu uns kommt! Da werden wir Ihn erkennen! Allah begibt sich darauf zu ihnen in der Form, die sie kennen, und sagt: Ich bin euer Herr! Sie sagen dann: Ja, du bist unser Herr! und sie folgen ihm. Anschließend wird die Brücke über beide Abgründe der Hölle gelegt. Meine Anhänger und ich werden die ersten sein, die diese Brücke überqueren dürfen. An diesem Tag können nur die Propheten reden. Sie rufen: O Allah, rette uns! Erlöse uns! In der Hölle sind spitze Haken, die den Stacheln des Sa`dan (eines Wüstenstrauchs) ähneln! Habt ihr euch den Sa`dan einmal angeschaut? Die Zuhörer erwiderten: Ja! Der Gesandte Allahs fuhr fort: Wirklich, die Haken in der Hölle sind den Stacheln des Sa`dan vergleichbar! Allerdings - allen Allah kennt ihre Ausmaße! Diese spitzen Haken durchbohren die Menschen entsprechend ihrer Taten. Der Gläubige wird diesen wegen seiner guten Taten entgehen. Andere werden bestraft, bis Sie von Allah aus der Hölle erlöst. Wenn Allah schließlich die Aburteilung der Menschen abegschlossen hat und jene Menschen, mit denen Allah Erbarmen hat, aus der Hölle erlösen will, erläßt Er den Engeln den Befehl, diejenigen von ihnen, die nur Allah angebetet haben, aus der Hölle zu holen. Das sind diejenigen, mit denen Allah Erbarmen haben will, unter den, die sagen (Kein Gott ist da außer Allah). Sie (die Engel) erkennen die Gläubigen an den Spuren, die die Niederwerfung auf ihren Körpern hinterlassen haben. Das Feuer darf den ganzen Körper verzehren, außer den Spuren der Niederwerfung, denn Allah hat es dem Feuer verboten, diese Spuren zu verzehren. Diese Menschen verlassen dann die Hölle mit verbrannten und geschwärzten Gliedern. Dann aber wird das Wasser des Lebens über sie gegossen, und sie wachsen und gedeihen wie der Samen, der mit der Flut geführten Schlamm wächst. Wenn Allah schließlich mit der Rechenschaft fertig ist, bleibt nur ein Mann übrig, der mit dem Gesicht zum Höllenfeuer zugewandt ist. Dieser ist der letzte, der aus der Hölle, der ins Paradies eingeht. Er wird sagen: O mein Herr, wende mein Gesicht vom Höllenfeuer ab! Sein Gestank hat mich vergiftet und seine Flammen haben mich verbrannt! Er wird dann Allah anrufen, solange Allah es will, daß er ihn anruft. Allah, Segensreich und Erhaben sei Er, wird dann sagen: Wenn Ich dir diesen Wunsch erfüllt, wirst du noch eine weitere Bitte vorbringen! Der Mann wird erwidern: Nein, ich werde keine weitere Bitte vorbringen. Und er gibt Allah sein festes Versprechen, er leistet den Schwur, wie Allah es will. Darauf wendet Allah sein Gesicht vom Höllenfeuer ab. Wenn sein Gesicht nun auf das Paradies gerichtet ist und er kann sie sehen, schweigt er, solange Allah es will. Schließlich sagt er: O Herr, laß mich zum Paradiestor gehen! Allah entgegnet: Hast du nicht fest versprochen, keine weitere Bitte mehr vorzubringen? Wehe dir, o Menschenkind! Wie untreu du doch bist! Dieser aber sagte: O mein Herr! Er bittet Allah, bis Er zu ihm sagt: Wirst du um nichts mehr bitten, wenn dir auch dieser Wunsch erfüllt wird? Er erwidert: Ja, bei deiner Allmacht! Und er gibt Allah sein festes Versprechen, er leistet den Schwur, wie Allah es will. Darauf gibt Allah ihm die Erlaubnis, zum Paradiestor zu gehen. Als dieser vor dem Paradiesestor steht, öffnet sich ihm das Tor. Der Mann betrachtet die Herrlichkeit des Paradieses, die Schönheiten und Freuden des Lebens dort. Er schweigt, solange Allah es will. Dann sagt er: O Herr, laß mich doch ins Paradies eingehen! Allah, Segensreich und Erhaben sei Er, sagt: Wehe dir, o Menschenkind! Wie treulos du doch bist! Hast du nicht fest versprochen, hast du nicht geschworen, keine weitere Bitte mehr vorzubringen? Der Mann erwidert: O mein Herr, laß mich nicht die elendste deiner Kreaturen sein! Er bleibt bei seiner Bitte, bis Allah lacht und ihm erlaubt, ins Paradies einzutreten. Wenn er nun ins Paradies eintritt, sagt Allah: Nun wünsche dir, was du willst! Der Mann äußert seine Wünsche, und Allah macht ihn noch auf weitere Genüsse aufmerksam. Wenn der Mann jetzt keine Wünsche mehr hat, sagt Allah zu ihm: Das alles ist für dich, und noch einmal so viel!
Sunnitische Quellen:[1] Sahih al Bukhary (deutsch):[Hier klicken][2] Sahih al Bukhary Band 1, Buch 12, Hadith 770 (englisch):[Hier klicken]
Solch eine sunnitische Überlieferung ist auch der Grund dafür, weshalb die sunnitischen Gelehrten öfters mal so etwas von sich geben:
Der sunnitische Gelehrte Ibn Jarir Al Tabari sagt: Und die Gläubigen werden ihren Herrn am Jüngsten Tag sehen, und zwar mit dem Blick, sowie sie auch die Sonne ohne jegliche Wolken sehen und sowie sie auch den Mond sehen (Vollmond)...aufgrund des Hadith vom Propheten (sas).
Sunnitische Quelle:At-Tafsir fi Maalim Ad-Din, von al Tabari, Seite 137
Doch gibt es zwischen der Ahlulsunnah und den Wahabiiten einige Differenzen, was das Sehen von Allah (swt) im Jenseits anbelangt. So glaubt die Ahlulsunnah (Asha3ira, Maturidia) daran, dass sie Allah (swt) ohne Richtung, Distanz oder Form sehen werden, doch in irgendeinem Maße, so dass die Sichtung mit den Augen des Kopfes doch auftreten wird. Wir Shiiten bezeichnen solch eine Denkweise als irrational und nicht logisch. Denn dies würde bedeuten, dass Allah (swt) sein Wesen in solch einem Maße einschränkt, sodass es für seine Geschöpfe möglich ist, sein Wesen bzw. Ein Teil seines Wesen zu erfassen bzw. umfassen. Hierzu werden wir uns in einem separaten Vortrag expliziter äußern.
Die Wahabiiten, die sich ebenfalls der Ahlulsunnah zuschreiben (von ihr jedoch abgelehnt werden), glauben ebenfalls an eine tatsächliche Sichtung Gottes im Jenseits. Da die Wahabiiten dafür bekannt sind, dass sie Allah (swt) Körpermerkmale zuschreiben, wie Gesicht, Schienbein, Hand etc., ist es wenig verwunderlich, dass sie beispielsweise an die Sichtung von Allahs Schienbein etc. im Jenseits glauben [siehe hierzu folgenden Vortrag [Hier klicken]. Auch glauben sie daran, dass wir in Allahs (swt) Gesicht blicken werden:
Der Gelehrte ibn Kathir, in seinem Tafsir zum Vers [10:26], sagte folgendes:
[10.26] Denen, die Gutes tun, soll der beste (Lohn) werden, und noch mehr...
'und noch mehr' in dem obigen Vers =... Und als Krönung, ja selbst besser als dies, wird Er ihnen die Ehre erweisen, in sein nobles Gesicht blicken zu dürfen...
Wahabitische Quelle: Tafsir ibn Kathir, Vers [10:26]
Die Ahlulsunnah(Asha3ira, Maturidia) und wir Shiiten lehnen natürlich solche Körpermerkmale Allahs ab.
Was uns Shiiten anbelangt, so lehnen wir die Sichtung Allahs (swt) mit den Augen im Jenseits ab. Dieses wurde schon aus den zuvor zitierten Überlieferungen deutlich. Doch die folgende Überlieferung, berichtet von der Familie des Propheten Mohamad (saas), verdeutlicht nochmals unsere Ansicht. Achtet darauf, wie sie selbst den wahabitischen Mythos zerstört, dass wir in Allahs (swt) Gesicht blicken werden:
Abdul Salam ibn Salih al-Harawi (ra), ein enger Gefährte von Imam al Ridha (as), fragte Imam al Ridha (as) folgendes: Ich fragte Ali ibn Musa al Ridha (as): Oh Sohn des Propheten von Gott! Was ist deine Meinung bezüglich der folgenden Überlieferungen, die von Erzählern der Überlieferungen berichtet wird: 'Die Gläubigen werden im Paradies von ihren Häusern aus ihren Herrn besuchen'.
Imam al Ridha (as) antwortete: Oh Aba Salt! Gewiss zeichnete Allah (tabaraka wa ta3ala) seinen Propheten Mohamad (saas) über alle seine Geschöpfe aus, selbst den Propheten und den Engeln. Er beschloss, dass der Gehorsam gegenüber ihm, dem Gehorsam zu Gott gleicht, die Befolgung von ihm, dem Befolgen von Gott gleicht, sowie auch das Besuchen von ihm, dem Besuch Gottes gleicht. Allah (tabaraka wa ta3ala) sagte nämlich: [4:80] Wer dem Gesandten gehorcht, der gehorcht Allah [...]. Gott sagte auch, [48:10] Die dir Treue schwören, Allah nur schwören sie Treue; die Hand Allahs ist über ihren Händen [...]. Des Weiteren sagte der Prophet: 'Wer auch immer während meiner Lebenszeit oder nach meinem Tode kommt, um mich zu besuchen, hat somit gewiss Allah (swt) besucht'. Der Rang des Propheten im Himmel, ist der höchsten Rang von allen. Deshalb gilt, dass wer auch immer den Propheten im Himmel besucht, mit seinem eigenen Rang und seiner eigenen Stellung (auf den Propheten bezogen), dieser somit auch Allah (tabaraka wa ta3ala) besucht hat.
Aba Salt (Abdul Salam ibn Salih al-Harawi) fügte hinzu: Ich fragte weiter: Oh Sohn des Propheten Gottes (saas)! Was ist die Bedeutung der folgenden Überlieferung: 'Der Lohn der Aussage "Es gibt keinen Gott außer Gott", ist auf/ in das Gesicht von Gott zu blicken'.
Der Imam antwortete: Wer auch immer in Erwägung zieht, dass der erhabene Gott ein Gesicht, gleichend mit dem seiner Geschöpfe, besitzt, so ist dieser ein Atheist (zum Kaffir geworden). Hingegen ist das Gesicht Allahs seine Propheten (s.), seine Gesandten (s.) und seine Beweise (die Imame). Sie sind die Menschen, durch welche die Menschen zu Allah (3asawajal), seiner Religion und seiner Erkenntnis geleitet werden. Allah (ta3ala) sagte: [55:26] Alle, die auf ihr sind, werden vergehen; [55:27] bleiben wird (nur) das Angesicht deines Herrn, Besitzer der Erhabenheit und Ehre. Auch sagte Er (3asawajal):...[28:88] Alles wird untergehen - außer Seinem Angesicht. [...] Der Prophet (saas) sagte auch: Am Jüngsten Tag wird mich jener nicht sehen, der meine Ahlulbeit und meine Itra verachtet hat. Ich werde ihn ebenfalls nicht sehen. Der Prophet sagte auch: Unter euch befinden sich einige Menschen, die mich nie wieder sehen werden, nachdem sie sich von mir trennten.
Oh Aba Salt! Gewiss kann Allah (tabaraka wa ta3ala) nicht mittels der Position beschrieben werden, weder noch kann er mit den Augen oder der Vorstellung (Vorstellungskraft) wahrgenommen werden [...].
Shiitische Quelle: Uyun Akhbar al Ridha, Kapitel 11, Hadith 3, Seite 200 – 202
[4] Schlussfolgerung
Diese Überlieferungen verdeutlichten uns die shiitische Ansicht. Zusätzlich ist noch zu sagen, dass noch weitere Überlieferungen bestehen. Sie werden in den kommenden Beiträgen aufgelistet, in denen wir einige Einwände der Ahlulsunnah bezüglich des Sehens von Allah (swt) auflisten und beantworten werden. Auch werden wir den koranischen Standpunkt bezüglich des Sehens von Allah (swt) erläutern. Diese Vorträge folgen in Kürze.
Autor: Mohamad.A Internetseite: Shiat-mohamad.blogspot.com

