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Das Philosophieren hinsichtlich Gottes Wesen


In diesem Artikel habe ich einen interessanten Abschnitt, der von einem der Wegbereiter der Shiiten, nämlich, Allamah Al-Majlisi (ra), verfasst wurde, übersetzt. Es handelt sich hierbei um das Wesen Gottes und wie weit wir gehen dürfen, wenn wir über das Wesen Gottes nachdenken, philosophieren etc.! Einige Menschen philosophieren in solch einem Maße hinsichtlich Gott, sodass ihre Gedanken in eine gefährliche Schiene geraten und sie folglich ein falsches Verständnis hinsichtlich Gott aufweisen.

Der sicherste Weg ist immer, sich strikt an den Koran und die Sunnah zu halten und dieses Maß nicht zu überschreiten. So sollten wir nur auf das Vorhandene zugreifen, wie Koranverse und Überlieferungen, statt irgendwelche Theorien, die aus unseren Gedankengängen entspringen, zu erfinden. Wenn unser Verstand nicht einmal unsere eigene Persönlichkeit verstehen kann, wie ist es dann erst hinsichtlich des Wesen Gottes, hinsichtlich dessen doch genügend Verse und Überlieferungen bestehen, die uns besagen, dass unsere Verständigkeit ihn nicht umfassen kann.

Es folgt nun diesbezüglich die Meinung von Allamah al Majlisi:

Die zweite Art der Kenntnis hinsichtlich der Existenz des Schöpfers ist Idrak Kunha (Bedeutung: Die Erkenntnis der Wirklichkeit) seiner Person. Dies ist unmöglich für den menschlichen Verstand. Wenn ein Mensch doch nicht mal im Stande ist seine eigene Persönlichkeit zu verstehen, wie kann er sich dann darin vertiefen, die Persönlichkeit des Schöpfers zu verstehen! Es ist der menschliche Verstand, der unzählige Sekten, verschiedenen Glaubens her, schuf. Einige Sekten sind zum Entschluss gekommen, dass Allah ein ansehnlicher junger Mann sei und andere wiederum glauben, dass Er sich im hohen Alter befände und einen weißen Bart besäße! Einige andere sagen, dass Er überall sei und Er alle Dinge an sich darstelle! So existieren auch jene, die daran glauben, dass Allah in die Körper jener durchwandert oder auch durchdringt, die überragend sind in ihrer Frömmigkeit!

Deshalb sollten wir Allahs eindeutige Vorschrift beachten hinsichtlich dieser Angelegenheit: ,,Was auch immer der Prophet euch gibt, nimmt es“. 

Der Prophet sagte: Ich hinterlasse euch zwei gewichtige Dinge, eines ist der Koran und das andere ist meine Ahlulbeit. Folgt ihnen und ihr werdet die Errettung finden.

Wir sollten dieses befolgen (den Koran und die Überlieferungen) und sollten nicht unseren Verstand in dieser Angelegenheit benutzen.

Um es zusammenzufassen, makellos in der Frömmigkeit ist nur jener, der über die Person des Schöpfers sagt, dass Er ihn/sie nicht verstanden hat. Denn das Verständnis hinsichtlich ihm (Gott), liegt in der Erkenntnis, dass keiner die Fähigkeit besitzt, ihn zu verstehen. Folglich ist jener, der sagt, dass er seinen Schöpfer nicht verstanden hat, letztendlich auch derjenige der ihn verstanden hat.

Imam Zain Al-Abedeen (a.s.) wurde einst hinsichtlich der Existenz von Allah befragt. Er sagte: Allah besaß die Kenntnis darüber, dass in kommenden Zeiten Menschen existieren würden, die über ihn nachdenken und diskutieren werden. Deshalb offenbarte Er die Verse von Ikhlas und Hadid. Man sollte nicht darüber hinausgehen, wenn es sich um die Auslegung der Existenz (das Bestehen) von Allah handelt, sodass man nicht in die Irre geht.

Es wird berichtet, dass Imam Jafar al Sadiq sagte: Die zwölf Unfehlbaren sind die Kapitel des Wissens und das Verständnis hinsichtlich des Schöpfers. Indem man Ihnen folgt, kann man den Pfad der Rechtleitung und des Verständnisses erlangen. Wären sie nicht da gewesen, würde folglich keiner Allah verstanden haben. Durch sie vollendete Allah den Beweis (Al Hujjah).

Es existieren zahlreiche Überlieferungen des Propheten und der Ma3someen zu dieser Angelegenheit. Satan jedoch führte viele Intellektuelle in die Irre, die ihre Gedanken (Ansichten) benutzten, statt abhängig von dem Gebot (Weisung) Gottes, dem Propheten und der anderen Unfehlbaren Persönlichkeiten zu sein. Mittels ihrer ergiebigen Vorstellungen (Fantasien) schrieben sie Allah verschiedene Formen (Arten) zu. Die platonischen Mystiker ( Ulema e ashraqi) und die akademischen Philosophen (Mutakallameen) unterscheiden sich sehr, in ihrem Konzept hinsichtlich Allah. Einige der Mutakalimeen meinen, dass Allah einen Körper besäße und dem glänzenden Licht gleichen würde.

Shiitische Quelle: Ayn ul Hayat, von Al Majlisi, Seite 44-45

Schlussfolgerung


Vielleicht könnten wir anhand der weisen Worte des hochrangigen schiitischen Gelehrten Al-Majlisi, zum folgenden Hadith eine Paralelle ziehen:

Sulaiman Ibn Khalid berichtete, dass Imam Jafar Al-Sadiq sagte: Vermeidet es über (das Wesen von) Allah zu grübeln, da das Grübeln über (das Wesen von) Allah die Abweichung (den Irrtum) nur mehr erhöhen würde. Wahrlich, Allah kann nicht erreicht werden mit dem Sehvermögen (des Verstandes)[...]

Shiitische Quelle: [1] Kitab al-Tawhid, Seite 457, Hadith 14; [2] Wasail al-Shia, Band 16, Seite 197, Hadith 21334; [3] Bihar al-Anwar, Band 3, Seite 259, Hadith 4

Natürlich sollte an dieser Stelle erwähnt werden, dass es zwischen den Gelehrten Meinungsverschiedenheiten geben könnte, wie weit die Philosophie gehen darf, wann sie angewendet werden darf und wann man lieber seine Finger von ihr lassen sollte. Die Menschen von heute jedoch setzen sich zumeist ihre eigenen Grenzen, ohne dabei den Koran, die Sunnah und die Gelehrtenmeinungen vorzuziehen.

Author: Mohamad.A     Internetseite: Shiat-mohamad.blogspot.com