skip to main | skip to sidebar

Der Vers [2:124], ein Beweis bezüglich des shiitischen Konzepts des Imamats und weiterer Kernpunkte


[2:124] Und (gedenkt,) als Ibrahim von seinem Herrn mit Worten geprüft wurde, da befolgte er sie. Er (Allah) sagte: "Ich will dich zu einem Imam [1] für die Menschen machen." Er (Ibrahim) sagte: "Und von meiner Nachkommenschaft?" Er sagte: "Mein Bund erstreckt sich nicht auf die Ungerechten."
[1] Dies ist die Koranübersetzung von Bubenheim. Ich habe absichtlich das von Bubenheim benutzte Wort 'Vorbild' mit dem Wort 'Imam' ersetzt, sodass es dem nicht-arabischsprechenden Leser klar wird, dass in diesem Vers im Arabischen das Wort 'Imam' gebraucht wird. Der Koranübersetzer Paret schreibt das Wort Imam in Klammern, wohingegen Zaidan und Rasul direkt das Wort Imam aufführen.

Dieser edle Vers des Korans verdeutlicht uns viele Dinge, besonders hinsichtlich des Imamats. Ist das Imamat vom Rang her höher zu betrachten als der Rang eines Propheten oder Gesandten? Welche Person verdient es ein Imam zu sein? Ist das Imamat eine göttliche Angelegenheit, so wie es das Prophetentum auch ist, was heißen würde, dass allein Allah (swt) das Recht zusteht, einen Imam zu bestimmen oder darf jeder in der Wahl eines Imams mitentscheiden?

Diese Fragen sind sehr wichtig, da der Prophet Mohamad (saas) auf 12 Imame aufmerksam machte, die ihn vertreten sollten nach seinem Ableben. So heißt es in einer authentischen shiitischen Überlieferung:

Sad bin Abdullah, von Yaqub bin Yazid, von Hammad bin Isa, von Abdullah bin Maskan von Aban: Sulaym bin Qays al-Hilali von Salman al Farisi (ra): Ich schloss mich der Anwesenheit des Propheten an, möge der Segen Allahs auf ihm und seiner Nachkommenschaft sein und Al Hussein war auf seinem Schoß und er küsste seine Augen und seinen Mund und sagte dabei: Du bist ein Führer und der Sohn eines Führers, du bist ein Imam und der Sohn eines Imams und der Vater von Imamen. Du bist ein Beweis von Allah (swt) und der Sohn seines Beweises und der Vater der Beweise. Sie werden neun in der Anzahl sein und werden aus deiner Nachkommenschaft stammen und der neunte von ihnen ist der al Qa'im (Al Qaim ist ein Beiname von Imam Mahdi).

Shiitische Quelle: Kamal al Din, Band 1, Seite 262

Auch heißt es in einer anderen shiitischen Überlieferung:

Imam Ali (as) berichtete, dass der Prophet Allahs (saas) sagte: Die Imame nach mir werden zwölf sein. Der erste von ihnen ist Ali ibn Abi Talib und der letzte von ihnen ist der al Qa'im (al Mahdi ajf). Sie sind meine Kalifen, meine Nachfolger, meine Freunde und die Beweise Allahs (swt) bezüglich meiner Nation nach mir[...]

Shiitische Quelle: Kamal al Din, Band 1, Seite 259, Abschitt 24, Überlieferung 4; Uyun Akhbar al Ridha, Band 1, Seite 59, Überlieferung 28, Abschnitt 6; Bihar al Anwar, Band 36, Seite 244, Abschnitt 41, Überlieferung 57

[1] Kurzauslegung des Verses [2:124]


Liefern wir doch zuallererst eine Auslegung zu den einzelnen Satzteilen des Verses, um am Ende in einer geordneten Form die Hauptpunkte, hinsichtlich des Imamats, die aus dem Vers deutlich werden, ansprechen und erläutern zu können:

Und (gedenkt,) als Ibrahim von seinem Herrn mit Worten geprüft wurde, da befolgte er sie. Er (Allah) sagte: "Ich will dich zu einem Imam für die Menschen machen.'' Dieser Versteil spricht über die Prüfungen und Anordnungen, die Allah (swt) Ibrahim (as) stellte, was sowohl von Shiiten als auch Sunniten bestätigt wird. Erst als Ibrahim (as) diese Prüfungen erfolgreich mit Geduld und Leidenschaft meisterte, gewährte ihm Allah (swt) als Gegenleistung eine Auszeichnung, indem Er (swt) sagte: "Ich will dich zu einem Imam für die Menschen machen." So bat Ibrahim (as) schließlich darum, dass diese Auszeichnung (die Imamah) auch in seiner Nachkommenschaft zu finden sein sollte, indem er sagte: Er (Ibrahim) sagte: "Und von meiner Nachkommenschaft?" Allah (swt) beantwortete diese Frage mit den folgenden Worten: "Mein Bund erstreckt sich nicht auf die Ungerechten.", was soviel bedeutet wie, ''Ich akzeptiere deine Bitte, jedoch nur bezüglich jene aus deiner Nachkommenschaft, die rechtschaffen, rein und sündenfrei sind''.

[b] Die Prüfungen, die Ibrahim durchlebte?

Wie schon angesprochen, lesen wir im Vers folgende Worte: Und (gedenkt,) als Ibrahim von seinem Herrn mit Worten geprüft wurde, da befolgte er sie. Lasst uns diesen Versteil etwas genauer auf den Grund gehen:

Ibrahim (as) nahm alle Prüfungen auf sich, die Allah (swt) ihm stellte. Er löste diese mit Geduld, Stärke und Hingabe zu Gott.

Ayatullah Khurasani sagt: Zu den Prüfungen gehörten, sich in das Feuer von Nimrud zu ''werfen'', seine Frau und seinen Sohn in einem Tal ohne Wasser und Pflanzung (Gewächs) zurückzulassen und die Schlachtung seines Sohnes Ismail.

Shiitische Quelle: Ayatullah Wahid al Khurasani, Die Prinzipien des Glaubens, Seite 109

Die Schlachtung seines Sohnes Ismail (as) war eine Prüfung bezüglich seiner Standhaftigkeit gegenüber Allah (swt). So wurde Ibrahim (as) durch eine Vision in einem Traum befohlen, seinen Sohn Ismael (as) umzubringen. Nachdem er aufwachte, ging er diesem Befehl ohne zu zögern nach. Wir lesen diesbezüglich im Koran:

[37:102] Als dieser das Alter erreichte, daß er mit ihm laufen konnte, sagte er: "O mein lieber Sohn, ich sehe im Schlaf, daß ich dich schlachte. Schau jetzt, was du (dazu) meinst." Er sagte: "O mein lieber Vater, tu, was dir befohlen wird. Du wirst mich, wenn Allah will, als einen der Standhaften finden. [37:103] Als sie sich beide ergeben gezeigt hatten und er ihn auf die Seite der Stirn niedergeworfen hatte, [37:104] riefen Wir ihm zu: "O Ibrahim, [37:105] du hast das Traumgesicht bereits wahr gemacht." Gewiß, so vergelten Wir den Gutes Tuenden. [37:106] Das ist wahrlich die deutliche Prüfung.

Diese Prüfung fand statt, als Ibrahim (as) schon sehr alt war, denn selbst die Geburt Ismails (as), welchen er opfern sollte, ging von statten, als Ibrahim (as) das hohe Alter prägte sowie wir es im Koran lesen:

[14:39] (Alles) Lob gehört Allah, Der mir trotz meines hohen Alters Ismail und Ishaq geschenkt hat! Gewiß, mein Herr ist wahrlich der Erhörer des Gebets.

Mehr als nur deutlich ist es auch, dass erst nach der Erfüllung dieser und weiterer Prüfungen und Aufgaben Allah (swt) zu Ibrahim (as) sagte, ''Ich will dich zu einem Imam für die Menschen machen''. Dies wird auch durch sunnitische Quellen bestätigt:

Beispielsweise sagt der sunnitische Gelehrte Al Maududi: An verschiedenen Stellen beschreibt der Koran ausführlich die harten Prüfungen, denen Ibrahim sich fügen musste, bevor er zum Führer und Wegweiser der Menschheit wurde. Als er all diese Prüfungen erfolgreich bestand und sich als tauglich und fähig erwies diese große Verantwortung (Aufgabe) zu vollbringen, wurde er zu dieser hohen Position erhoben[...]

Sunnitische Quelle: Tafsir al Maududi, Tafsir zum Vers 2:124

Auch schreibt Ibn Kathir in seinem Tafsir, bezüglich der Textstelle von der Ayah: "Ich will dich zu einem Imam für die Menschen machen.", folgendes: Als ein Lohn für die guten Taten von Ibrahim, seinem Festhalten an die Vorschriften und seiner Fernhaltung, bezüglich der Verbote. Dies ist der Grund, weshalb Allah (swt) Ibrahim als Vorbild für die Menschen bestimmte und als einen Imam, dessen Führung (Leitung, Haltung) und Pfad nachgeahmt und befolgt wird.

Sunnitische Quelle: Tafsir ibn Kathir, Tafsir zum Vers 2:124

Danach schreibt ibn Kathir, dass Meinungsverschiedenheiten bestehen, mit welchen Aufgaben und Anordnungen Ibrahim (as) geprüft wurde.

So wird deutlich, auch laut sunnitischen Quellen, dass Allah (swt) seinem Propheten Ibrahim (as) die Imamah nach diesen Prüfungen gewährte und das diese Worte als Bestätigung für Ibrahims Tauglichkeit, hinsichtlich dieses Ranges, gelten.

[2] Welche Kernpunkte werden durch diesen Vers [2.124] bewiesen?


Dieser Vers beweist mehrere Punkte, die wie folgt lauten:

[A.]Das Imamat ist ein göttlicher Bund. Die Menschen besitzen nicht das Recht einen Imam zu wählen
[B.]Das Imamat hat eine höhere Stellung als das Prophetentum
[C.]Jeder, der von der Ungerechtigkeit (Sünde) berührt wurde, ist für diese Position (das Imamat) ausgeschlossen

Erläutern wir diese Punkte nun in vereinfachter Form:

[A.] Das Imamat ist ein göttlicher Bund. Die Menschen besitzen nicht das Recht einen Imam zu wählen

Aus der Ayah [2:124] entnehmen wir, dass das Imamat ein Bund bzw. ein Versprechen (eine Angelegenheit) Gottes ist, denn Allah (swt) sagt: Mein Bund erstreckt sich nicht auf die Ungerechten. Auch sagt Allah (swt) im gleichen Vers: Ich will dich zu einem Imam für die Menschen machen. Wenn es doch durch den Vers selbst bewiesen wurde, dass das Imamat ein göttlicher Bund ist, so zeigt uns dies, dass die Menschen keine Rolle in der Auswahl eines Imams spielen, allein Allah (swt) gebührt dieses Recht. Das Prophetentum beispielsweise, ist ebenfalls ein göttlicher Bund, worin die Menschen in der Wahl keine Rolle spielen (allein Allah swt. darf einen Propheten auserwählen) sowie ist es dann erst bei einer höheren Position, wie das Imamat?

Im Koran existieren reichlich Verse, die aufzeigen, wie Allah (swt) allein das Recht zusteht, einen Imam zu wählen:

[21:73] Und WIR machten sie zu Imamen, die gemäß Unserer Anweisung (die Menschen) rechtleiten, und WIR ließen ihnen mit dem Wahy zuteil werden, …

[32:24] Und WIR machten von ihnen Imame, die nach Unserer Anweisung zur Rechtleitung aufriefen, als sie sich in Geduld übten. Und sie pflegten Gewißheit an Unseren Ayat zu haben.

...und weitere, die wir zukünftig ansprechen und deuten werden.

So sehen wir, das Allah (swt) die gleichen Bedingungen für das Imamat geschaffen hat, wie für das Prophetentum. Den Menschen steht nur das Recht zu hinsichtlich ihrer Angelegenheiten zu bestimmen und nicht hinsichtlich der Angelegenheiten Allahs (swt), wie die Ernennung von Propheten, Gesandten und Imamen etc.!

[B.] Das Imamat ist eine höhere Stellung als das Prophetentum

Wie wir in diesem Vortrag schon des öfteren erwähnten, erhielt der Prophet Ibrahim (as) die Imamah erst nach einer Reihe von Prüfungen, die er auch letztenendes erfolgreich bestand. Er erhielt die Imamah als er sich im hohen Alter befand und zwar am Ende seine Lebens.

Auch schließen wir aus dem Vers ''Und (gedenkt,) als Ibrahim von seinem Herrn mit Worten geprüft wurde[...]'', dass der Rang der Imamah (die Gesellschaft zu steuern und die Menschen zu führen) höher zu betrachten ist als das Prophetentum und Gesandtentum, denn während Ibrahim (as) schon ein Prophet und Gesandter war, musste ers erstmals schwierige Prüfungen meistern, bevor ihm der Rang der Imamah von Allah (swt) gewährt wurde.

Die Überlieferungen der Ahlulbayt (as) bestätigen, dass die Imamah der höchste Rang - und von daher auch höher als das Prophetentum und Gesandtentum zu betrachten ist:

Zaid al-Shahhaam sagte, dass er von Imam Sadiq as. (der sechste Imam aus der Familie des Propheten Mohamad saas) folgendes hörte: Allah (swt) nahm Ibrahim (as) als einen Gehorsamen, bevor er ihn als Propheten nahm. Und Allah (swt) nahm ihn als Propheten, bevor ihn als Gesandten (Boten) nahm. Und Allah (swt) nahm ihn als Gesandten, bevor er ihn als Freund (Khulla) nahm. Und Allah (swt) nahm ihn als Freund, bevor er ihn als Imam nahm. Als all diese Dinge in ihm versammelt waren, sagte er (Allah swt.): "Ich will dich zu einem Imam für die Menschen machen." Aufgrund der Größe der Angelegenheit in den Augen von Ibrahim (as), plädierte er: "Und von meiner Nachkommenschaft?" Er (Allah swt.) antwortete: "Mein Bund erstreckt sich nicht auf die Ungerechten." Dann sagte Imam Jafar al Sadiq (as): Ein Narr kann nicht der Imam der Frommen sein.

Shiitische Quelle: Al-Kafi, Band 1, Seite 175; Ghaayat al-Maraam, Seite 271

Wenn es doch nun bewiesen wurde, dass ihm das Imamat erst nach seinem Prophetentum, Gesandtentum und seiner Freundschaft zu Allah (Khulla) gewährt wurde, muss es auch verständlich geworden sein, dass das Imamat vom Rang her als höher zu betrachten ist.

Folglich, wenn eine niedrigere Position (wie das Prophetentum) ein göttlicher Bund ist, indem die Menschen in der Wahl des jeweiligen Erwählten keine Rolle spielen, wie kann es dann dem Menschen erlaubt sein jemanden für eine höhere Position (Imamat) auszuerwählen bzw. zu bestimmen?

[C.]
Jeder, der von der Ungerechtigkeit (Sünde) berührt wurde, ist für diese Position (das Imamat) ausgeschlossen

Aus dem Punkt [B.] entnehmen wir, dass jenes, was für eine niedrigere Position (wie das Prophetentum) gilt, es definitiv auch für eine höhere Postion (wie das Imamat) in Anbetracht bezogen wird. Und da die Unfehlbarkeit als ein Kriterium, bezüglich des Prophetentums, betrachtet wird, sollte sie erst Recht bei einem höheren Rang, wie die Imamah, zutreffen. Dementsprechend kann jener, der irgendwelche Formen der Ungerechtigkeit, wie Vielgötterei, Götzendienst oder auch weitere Sünden ausübte, kein Unfehlbarer und im Enddefekt auch kein Imam sein. Es folgt ein Hadith, dessen Inhalt mit den Worten unserer Gelehrten übereinstimmt:

In einem längeren Hadith sagte Imam al Sadiq (as) zum Versteil: [...]"Mein Bund erstreckt sich nicht auf die Ungerechten." Dies bezieht sich auf jene, die einen Götzen anbeteten oder Gott Teilhaber beigesellten, sei dies auch nur (in der Kürze) eines Augenzwinkerns und selbst wenn sie im Nachhinein noch den Islam annahmen. Es ist nicht richtig etwas an einer ungeeigneten Stelle zu platzieren und die schlimmste Form des Unglaubens, ist das Beigesellen von Partnern neben Gott, so wie Allah (swt) sagt: [31:13]...denn Götzendienst ist fürwahr ein gewaltiges Unrecht. Dies ist auch der Grund, weshalb jener, der eine Sünde begeht, sei es eine große oder auch kleine, es nicht verdient ein Imam zu sein, auch wenn er danach bereuen sollte. Jener, der bestraft werden sollte, durch eine religiöse Anordnung, kann nicht jener sein, der für die anderen die Vorschrift (Regel) erteilt, mit der gleichen religiösen Anordnung bestraft zu werden. Die Anordnung, jene zu bestrafen, die die religiösen Gesetze verletzten, ist eine der Aufgaben eines Imams. Deshalb muss ein Imam fehlerlos sein. Dieses (die Fehlerlosigkeit) ist nicht bekannt (zu sehen), außer durch jenes, was Allah (swt) uns offenbart, mittels der Zunge des Propheten (Überlieferungen). Fehlerlos zu sein ist nicht so wie als wäre man schwarz oder weiß, was man durch das äußere Erscheinungsbild wahrnehmen würde. Eher ist es eine versteckte Eigenschaft, die allein durch dem wahrgenommen wird, was vom Allwissenden Allah (swt) geäußert (offenbart) wird[...][1]

Shiitische Quelle: Al Khisal, Seite 500, Hadith 5:85
[1]Die Fehlerlosigkeit der Familie des Propheten Mohamad (saas), nämlich die Ahlulbayt (as), wird beispielsweise durch den Verse [33:33] wider gegeben oder auch durch Überlieferungen, wie diese hier [Klick mich].

Auch lesen wir in einer weiteren Überlieferung:

Sheikh al Mufid berichtet von Durust und Hisham von den Imamen aus der Ahlulbayt (as): Ibrahim (as) war ein Prophet und er war kein Imam, bis Allah (swt) sagte: "Ich will dich zu einem Imam für die Menschen machen." (Ibrahim as.) sagte: "Und von meiner Nachkommenschaft?" Daraufhin sagte Allah (swt): "Mein Bund erstreckt sich nicht auf die Ungerechten." Wer auch immer einen Götzen, eine Skulptur oder ein Bild anbetete, kann kein Imam sein.

Shiitische Quelle: Allamah Tabatabei erwähnt diesen Hadtih in seinem Tafsir al Mizan, Tafsir zum Vers 2:124

Wie wir sehen, bezieht sich die Verstelle "Mein Bund erstreckt sich nicht auf die Ungerechten." auf jenen, der Ungerechtigkeit begangen hat, zur Ungerechtigkeit neigt oder auch auf jenen, in welchem die Ungerechtigkeit zu finden war, er diese jedoch zu einem späteren Zeitpunkt aufgab. Folglich kann ein Tyrann oder auch ein Sündiger kein Imam (Führer) für die Menschen sein, da er den Bund mit Gott nicht unter allen Umständen halten kann. Ein Imam jedoch ist jener, der in allen Lagen mit seiner Selbstbeherrschung überzeugt und den Bund aufrecht erhält, genau so wie die Propheten und Gesandten.

Schauen wir, was der von den Wahhabiten angepriesene Gelehrte ibn Kathir, bezüglich der Verstelle "Mein Bund erstreckt sich nicht auf die Ungerechten." sagt:

Ibn Kathir sagt: Allah erwähnte, dass auch ungerechte Menschen unter den Nachkommen von Ibrahim zu finden sind und diese weder von Allahs Versprechen profitieren werden noch würde ihnen etwas anvertraut werden, selbst wenn sie zu den Kindern von Allahs Khalil (Ibrahim, der Freund von Allah swt.) zählen. Es wird auch jene unter den Kindern Ibrahims geben, die gutes tun werden und diese sind es, die von Ibrahims Bittgebet (Bitte) profitieren werden. Ibn Jarir sagt, dass diese Ayah darauf hinweist, dass die Ungerechten keine Imame für die Menschen sein werden. Zudem informiert diese Ayah Ibrahim, dass ungerechte Menschen unter seiner Nachkommenschaft sein werden. Auch Ibn Khuwais Mindad al Maliki sagt: Die ungerechte Person berechtigt sich nicht dafür ein Khalifah, ein Herscher, jemand, der religiöse Urteile verkündet, ein Zeuge oder selbst auch ein Überlieferer (von einer Überlieferung) zu sein.

Wahabitische Quelle: Tafsir ibn Kathir, Tafsir zum Vers 2:124

Besonders die rot markierten Satzteile teilen wir und wie aus der shiitischen Interpretation bezüglich des Begriffs ''ungerecht'' hervorgeht (siehe beispielsweise die obigen Überlieferungen), würde dies das Khalifat von Abu Bakr, Omar und Othman etc. ausschließen, da sie vor ihrer als auch während ihrer Zeit als Kalifen Sünden begingen, was auch von den Sunniten bestätigt wird. Nicht zu vergessen sind die Angriffe dieser und weiterer selbsternannter Kalifen gegen die Tochter des Propheten Mohamad (saas), nämlich Fatima (as) und weiterer Mitglieder der Ahlulbayt (as).

[3] Einwände einiger Nicht-Shiiten bezüglich des Verses [2:124]



[Einwand Nr. 1]: In dem Versteil ''Ich will dich zu einem Imam für die Menschen machen.'' ist mit ''Imam'' das Prophetentum gemeint!

[Antwort]: Al Imam (der Führer) ist jener, welchem die Menschen Folge leisten. Dies mag auch einer der Gründe sein, weshalb einige unter den Muffasirin (Ausleger des Korans) sagten, dass al imamah (Führerschaft) in diesem Vers 'Prophetentum' bedeute, da ja ein Prophet von seiner Ummah befolgt wird. Dieser Einwand ist jedoch aus mehreren Gründen falsch:

Erstens: Welch eine Logik sollte dies darstellen? Ibrahim (as) war doch bereits schon ein Prophet, denn er führte mit Allah (swt) eine Konversation und diese Konversation selbst war eine Offenbarung, die sich an Ibrahim (as) als Propheten richtete. Denn seine Bestimmung zum Imam für die Menschen sowie auch die Bitte Ibrahims zu Allah (swt) in diesem Vers mit den Worten 'Und von meiner Nachkommenschaft?' und die gleichzeitige Antwort von Allah (swt) 'Mein Bund erstreckt sich nicht auf die Ungerechten.' können keinem zukommen, es sei denn jenem, welcher im Leben schon ein Prophet ist und mit Allah (swt) spricht. So ist es mehr als nur deutlich, dass Ibrahim (as) schon lange davor er ein Prophet war und dies bevor ihm der Rang der Imamah gewährt wurde. Deshalb kann die Imamah logischerweise in diesem Vers nicht Prophetentum bedeuten.

Zweitens: Wie wir ja wissen erhielt Ibrahim (as) die Imamah zu seinen späteren Tagen, wo ihm schon das hohe Alter prägte und nachdem ihm die frohe Botschaft einer Nachkommenschaft zukam (die Söhne Ishaq und Ismail). Die Engel gaben ihm diese Botschaft, als sie sich auf dem Weg befanden, die Ummah von Lut zu vernichten und zu dieser Zeit war Ibrahim (as) schon ein Prophet und ein Apostel (Gesandter). So wird daraus ersichtlich, dass Ibrahim (as) ein Prophet und ein Apostel (Gesandter) war und zwar bevor ihm die Imamah zukam. Dementsprechend ist es auch bewiesen, dass die Imamah etwas anderes war (einen anderen Rang besaß) als das Prophetentum oder das Gesandtentum.

[Einwand Nr. 2]: Der Begriff Imam soll darauf hindeutet, dass Allah (swt) Ibrahim (as) als ein Beispiel bzw. Vorbild für die Menschen bestimmte!

[Antwort]: Einige der Muffasirin (Ausleger des Korans), interpretieren die Imamah in diesem Verse als 'Vorbild'. So würde dieser Vers folgende Bedeutung tragen: 'Ich will dich zu einem Vorbild für die Menschen machen'. Dies ist eine sehr merkwürdige Art der Interpretation, denn man sollte sich folgendes fragen: Ein Prophet wie Ibrahim (as), welcher zu den Ulu-l-Azm-Propheten zählt, als Sheikh der Propheten und Sheikh ut Tauhid bekannt ist, den Titel Ibrahim al Khalil (der Freund von Allah swt.) trägt, gilt erst nach dieser Offenbarung bzw. diesem Vorfall als Vorbild für die Menschen? Jedem klardenkenden Menschen würde auffallen, dass diese Auslegung nicht der Logik entspricht. Denn jeder Prophet gilt als Vorbild für die Menschen, besonders solch ein Prophet wie Ibrahim (as). Und wie es selbst schon jedem aufgefallen sein sollte, gilt laut Überlieferungen selbst ein Islamischer Gelehrter (Alim) als ein Vorbild für die Menschen, wie ist es denn erst bei einem Propheten?

Unsere Gelehrten beantworten viele weitere Einwände, die wir hier nicht aufführen werden, da dies den Rahmen sprengt.

[4] Schussfolgerung


Es wurde deutlich, dass ein Imam allein von Allah (swt) gewählt werden darf, dieser Rang der höchste ist, er von der Unfehlbarkeit begleitet wird und jene Person, die Sünden vor oder auch während des Führungsanspruchs beging, kein Imam sein kann.

Als der Prophet seinen Rang vor der Ummah an seinen Nachfolger weitergab, geschah dies aus der Perspektive des Imamats und nicht des Prophetentums, denn während er Imam Ali (as) als seinen Nachfolger bestimmte, sagte der Prophet Mohamad (saas), ''Besitze ich etwa nicht mehr Macht über euch, als ihr selbst?'' und nicht ''Bin ich denn etwa nicht euer Prophet oder Gesandter?''. So entspringt die Imamah von Imam Ali (as) aus der Imamah vom Propheten Mohamad (saas) und nicht von seinem Prophetentum oder Gesandtentum.

Auch wird deutlich, dass die Imame aus der Familie des Propheten Mohamad (saas) vom Rang her höher zu betrachten sind als die Nicht-Großen Propheten, da die Imamah, wie schon erwähnt, ein höherer Rang ist, als der Rang eines Propheten oder Gesandten. Was die großen Propheten anbelangt, die ebenfalls den Rang der Imamah inne hatten, so sind sie diesen auch überlegener, da das Imamat verschieden Grade und Stufen besitzt. Und die höchste und zumeist vollkommene Stufe der Imamah, war in unserem besten Geschöpf und Propheten Mohamad (saas) zu finden (Mohamad saas. ist das beste Geschöpf und von daher höher zu betrachten als die Imame aus seiner Familie, siehe hier [Klick mich] und [Klick mich]...), der allen Propheten und Gesandten überlegen ist und diesen Rang an die Imame, aus seiner Familie, wie Imam Ali (as), Imam Hassan (as) und Imam Hussein (as) etc. übertrug.

Doch dieses und weiteres, bezüglich des Imamats, werden wir in anderen Artikeln erläutern.

Autor: Mohamad.A     Internetseite: Shiat-mohamad.blogspot.com