Es bestehen shiitische Überlieferungen, die uns auf dem ersten Blick den Eindruck übermitteln, dass die Namen der Imame aus der Ahlulbeit (as), im speziellen Imam Alis (as) Name, im Koran zu finden waren. Anti-shiitische Gruppierungen im Islam erfreuen sich an diesen Überlieferungen und verbreiten sie, um behaupten zu können, dass die Shiiten an die Verfälschung des heiligen Korans glauben würden. Doch wie wir schon erwähnten [siehe hier], dienen die Wörter (wie Ali oder Ahlulbeit etc.) in den Überlieferungen (die einige Verse ansprechen) als eine Auslegung des Verses und sind kein Teil des Korans. Sollte man diese Erklärungsmethode nicht in Erwägung ziehen, so sollten man diese Überlieferungen sogar im allgemeinen verwerfen, da sie den Koran, der authentischen Sunnah und anderen Gründen (schwache Überlieferungsketten der Hadithe etc.), die wir schon erwähnten und noch erwähnen werden, widersprechen. Vergessen wir nicht, dass wir Shiiten, stützend auf unzählige Überlieferungen, jeden Hadith verwerfen, der den Koran widerspricht.
[1] Ein allgemeines Beispiel einer solchen schwachen Überlieferung
Nun kommen wir zu solch einer Überlieferung, die besagt, dass Imam Alis (as) Name in einem Vers zu finden wäre:
Imam al Baqir (as) sagte: Gabriel brachte dem Propheten den folgenden Vers auf diese Weise: [2.23] Und wenn ihr im Zweifel über das seid, was Wir Unserem Diener hinsichtlich Ali offenbart haben, dann bringt doch eine Sura gleicher Art herbei und ruft eure Zeugen außer Allah an, wenn ihr wahrhaftig seid!
Shiitische Quelle: Al Kafi, Band 1, Seite 417
- Erstens, sollte gesagt sein, dass diese Überlieferung schwach von der Überlieferungskette her ist. Der Shiitische Gelehrte Allamah al Majlisi wertete diesen Hadith als Daif (schwach), in seinem Werk Mirat ul Uqul, Band 5, Seite 28.
- Zweitens, nehmen wir mal an, dass der Hadith doch authentisch wäre. So würden wir diesen Hadith trotzdem verwerfen, da Alis (as) Name gar nicht in den Kontext des Verses passt. Würde Alis (as) Name tatsächlich zu diesem Vers gehören, so wäre er bedeutungslos.
Ayatullah Sayyid al Khui beispielsweise sagt zu dieser Überlieferung: Der Inhalt der letzten Überlieferung, die oben benannt und in al Kafi wiedergegeben wurde, kann an sich nicht wahr sein. Und zwar aus dem Grunde, da die Erwähnung von Alis Namen nicht angebracht ist, bezüglich dem Kontext, der über den Beweis des Prophetenamtes (des Propheten Mohamad saas) und der Herausforderung [der Menschen] etwas gleiches wie dem Koran hervorzubringen, spricht.
Shiitische Quelle: Al Bayan fi Tafsir al Koran, von Sayyid al Khui, Seite 159
[2] Der authentische Hadith al Ghadir widerlegt den Mythos, dass Imam Alis (as) Name im Koran stand
Ein Vorfall, der uns beweist, dass Alis (as) Name nicht im Koran zu finden war, ist die Überlieferung hinsichtlich al Ghadirs. Aus dieser Überlieferung geht deutlich hervor, dass der Prophet Mohamad (saas) seinen Cousin Imam Ali (as) nach Gottes Befehl, als seinen Nachfolger (Khalif, Imam) bestimmte. Auch versprach Allah (swt) dem Propheten Mohamad (saas) den Schutz vor den Menschen während dieser Verkündung:
[5.67] O du Gesandter, übermittele, was zu dir (als Offenbarung) von deinem Herrn herabgesandt worden ist! Wenn du es nicht tust, so hast du Seine Botschaft nicht übermittelt. Allah wird dich vor den Menschen schützen. Gewiß, Allah leitet das ungläubige Volk nicht recht.
Würde Imam Alis (as) Name schon im Koran gestanden haben, so gebe es keine Gründe hinsichtlich der Vorbereitung dieser gut besuchten Versammlung (mehrere tausende waren anwesend), weder noch für die darauffolgende Bestimmung Alis (as) als Nachfolger des Propheten. Auch würden keine Gründe für Allahs (swt) Verminderung der Ängste des Propheten Mohamad (saas) während der Verkündung bestehen. Wozu all dies, wenn Alis (as) Name verknüpft mit seiner Wilayah schon im Koran zu finden war?
Die Authentizität der Überlieferung von Ghadir reicht vollkommen aus, um zu beweisen, dass die Berichte hinsichtlich der Namen der Imame aus der Ahlulbeit im Koran, unwahr sind. Besonders aus dem Grund, da sich der Vorfall von Ghadir bei der Abschieds-Hajj des Propheten ereignete, daher in seinen letzten Tagen. Zu dieser Zeit wurde schon fast der ganze Koran offenbart und war unter der muslimischen Bevölkerung auch verbreitet.
[3] Eine authentische Überlieferung, die die Zweifel endgültig vernichtet
[3] Eine authentische Überlieferung, die die Zweifel endgültig vernichtet
Doch werden wir nun konkreter. Kommen wir nun zu einer authentischen shiitischen Überlieferung, die laut dem shiitischen Gelehrten Ayatullah Sayyid al Khui in seinem Werk al Bayan fi Tafsir al Koran Seite 159, all die Überlieferungen, die über die Namen der Imame im Koran sprechen, für nutzlos und ungültig erklärt.
Ali bin Ibrahim, von Muhammad bin Isa, von Yunus und (die zweite Überlieferungskette lautet) Ali bin Muhammad bin Sahl bin Ziyad Abi Said, von Muhammad bin Isa von Yunus, der erzählte von Ibn Miskan von Abu Basir welcher sagte: Ich fragte Abu Abdillah al-Sadiq (a.s.) bezüglich des folgenden Verses im Koran: [4.59] O die ihr glaubt, gehorchet Allah und gehorchet dem Gesandten und denen, die Befehlsgewalt unter euch haben.
Er antwortete: Es (der Vers) wurde offenbart zugunsten von Ali bin Abi Talib, Al Hassan und Al Hussein.
So sagte ich: Menschen fragen, was war der Grund dafür, dass Er (Allah swt.) die Namen von Ali und den Angehörigen seines Hauses nicht im Buche Gottes (den Koran) erwähnte?
Der Imam antwortete: Sage ihnen, der Befehl für das rituellen Gebete wurden dem Propheten offenbart, Allah nannte ihnen (den Menschen) jedoch nicht die Periodenanzahl (im Koran), ob sie (die Gebete) nun 3 oder 4 sein würden, bis ihnen der Gesandte Allahs dies erklärte.
Der Befehl für die Almosen Gabe (al Zakat) wurde dem Propheten offenbart, Allah gab ihnen (den Menschen) jedoch nicht an (im Koran), dass es 1 Dirham sein sollte für je alle 40 Dirhams, bis ihnen der Prophet dies erklärte.
Die Verordnung für die alljährliche Pilgerfahrt (Al-Hajj) wurde offenbart (im Koran), aber Allah sagte nicht, 'umrunde (die Kaaba) sieben mal', bis Allah´s Prophet ihnen dies klarstellte und die Verse '[4.59] O die ihr glaubt, gehorchet Allah und gehorchet dem Gesandten und denen, die Befehlsgewalt unter euch haben' wurde offenbart zugunsten von Ali, Al Hassan und Al Hussein und Allahs Prophet sagte (in der Erklärung) zugunsten von Ali, 'Wessen Gebieter ich auch immer bin, dessen Gebieter ist auch Ali' und er (saas) sagte auch, 'Ich befehle euch das Buche Allahs und den Leuten meines Hauses Folge zu leisten, da ich Allah darum bat, dass er sie nicht voneinander trennen solle (Koran und die Ahlulbeit), bis er sie zu mir an den Trinkbrunnen bringt und er (Allah swt.) gewährte mir dies' und er (saas) sagte auch, 'Unterrichtet sie nicht, denn sie sind unterrichteter (wissender) als ihr und sie werden euch nie von der Tür der Rechtleitung wegführen, auch werden sie euch nie in die Türe der Irreführung eintreten lassen' […]
Shiitische Quelle: Al Kafi, Band 1, Seite 417
Der shiitische Gelehrte al Majlisi wertete diesen Hadith als Sahih (authentisch), in seinem Werk Mirat ul Uqul, Band 3, Seite 213
Diese authentische shiitische Überlieferungen zeigt uns, dass die Namen der Imame nie im Koran standen und erklärt uns auch, weshalb dies so ist.
Nachdem Ayatullah Sayyid al Khui die obere Überlieferung aufführt, kommentiert er diese wie folgt: Diese authentische Überlieferung bestimmt den Wert von all den Überlieferungen (die über die Namen der Imame im Koran sprechen) und klären über ihre wohl mögliche Bedeutung auf: Der Name Amir al Mu2mineen, in derartigen Überlieferungen, könnte nur eine Erläuterung (der Verse) darstellen und dabei nicht als ein Teil des Korans betrachtet werden. Des weiteren, jene die es ablehnten Abu Bakr den Treueeid zu schwören (ihm die Baya zu geben), begründeten nie ihr Argument, indem sie sagten, dass Ali im Koran erwähnt wurde. Ohne Frage, wäre dies so, so würde dies zu ihrem stärksten Argument gehören. [...] All dies sind Hinweise auf die Tatsache, dass die Namen der Imame nie in den Versen enthalten waren.
Shiitische Quelle: Al Bayan fi Tafsir al Koran, Seite 159
[4] Schlussfolgerung
Wie wir sehen glauben die Shiiten nicht an die Verfälschung des Korans. Jene, die gerne auf ihre Vorurteile beharren und diese beibehalten wollen, werfen den Shiiten vor, dass sie ihren Glauben an die Verfälschung des Korans geheim halten, um anerkannt unter den Muslimen zu bleiben und mehrere Anhänger hinzuzugewinnen. Solch ein Vorwurf ist mehr als nur unbegründet, denn wie zu sehen ist, verneinen wir nicht einfach die Verfälschung des Korans, sondern führen zuzüglich klare Beweise auf, begründet durch den Koran, der Sunnah und der Logik, weshalb der Koran nicht verfälscht sein kann. Desweiteren sollten sich die Anti-Shiiten, wie die Wahabiiten, auf einige ihrer eigenen Hadithe konzentrieren, die ebenfalls über den Tahrif des Korans sprechen und Erklärungen liefern, statt immer in anderen Gärten nach Unkraut zu suchen.
Es folgen noch weitere Vorträge hinsichtlich dieser Thematik, da einige Fragen offen bleiben.
Autor: Mohamad.A Internetseite: Shiat-mohamad.blogspot.com
