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Bist du deinem Herrn dankbar?


Stoßen wir heutzutage auf barmherzige Menschen, bewundern wir förmlich diese schöne Eigenschaft an ihnen. Folglich schließen wir uns diesen Menschen an, fühlen uns wohl in ihrer Gesellschaft und integrieren sie in unseren Alltag. Gefolgt von diesen Tatsachen, entwickeln wir eine enge Bindung zueinander und schmücken diese mit Besuchen, verzieren sie mit reichlichen Gaben und Wohltaten, endend in einer Liebe, die man förmlich nicht in Worte fassen könnte. Wie oft fallen bezüglich solchen Menschen dann Worte wie 'Ein Dank, wäre zu wenig, um meine Freude zu äußern'? Die Dankbarkeit erscheint dir bei derartigen Geschöpfen Gottes als ein zu geringes Mittel, um ihnen nahezubringen, wie sehr du ihre Aufmerksamkeit zu schätzen weißt. Du suchst förmlich nach verschiedenen Wegen, um ihnen klarzumachen, wie sehr du sie für all ihre Hilfen und Bemühungen gegenüber deiner Person schätzt!

Doch wie sieht es mit deinem Schöpfer aus? Warum verfolgen deine Gedanken ein anderes Muster, wenn es um jenen geht, dem du deine Existenz zu verdanken hast? Dem du es zu verdanken hast, dass er dich mit der schönsten Religion zur Welt kommen ließ, du atmest, im gesunden Zustand die Welt erblicktest, dein heutiges Leben von Gesundheit geprägt ist, du Dinge besitzt bzw. auf Dinge zugreifen kannst, die dich glücklich machen, eine Familie besitzt und vielen weiteren Dingen, die man nicht aufzählen könnte, da sie bis ins Unendliche hinreichen? Du dankst einem barmherzigen Menschen, wohingegen du bei deinem All-barmherzigen Herr, an Worten sparst? In schwierigen Zeiten, beschwerst du dich bei deinem Herrn und bittest ihm um Hilfe, wohingegen du in guten Zeiten, nicht mal einen Dank aussprichst? Und trotz all dem gehörst du zur Sorte, die behauptet Allah (swt) zu lieben? Wahrlich ist dies keine Islamische Liebe...

[1] Die Dankbarkeit, Der Kern bzw. das Herzstück des Imans (Glaubens)


Du widmest deinem Herrn keinen Dank, behauptest jedoch fälschlicherweise ihn zu lieben? So wisse, dass die gute Eigenschaft der Dankbarkeit, in direkter Verbindung steht mit der Liebe zu Allah (swt). Nicht nur das! Die Dankbarkeit gilt als der Kern bzw. das Herzstück des Imans (Der innere Glauben). Warum? Aus einem ganz einfachen Grund, wenn du dankbar bist, wirst du Allah lieben, aufgrund all seiner Gefälligkeiten, die er dir bescherte. Und sobald du wiederum Allah liebst, endet diese Liebe in Gehorsamkeit gegenüber seinem Wesen und im wahren Iman. Genau deshalb gilt die Dankbarkeit zu deinem Herrn, als der Kern des Imans.

In der Sure al Insan treffen wir auf einen sehr bemerkenswerten Vers, in dem die Dankbarkeit (zu Allah, da er uns zum rechten Weg gewiesen hat = Islam) als identisch mit dem Glauben betrachtet wird, wohingegen die Undankbarkeit genau das Gegenteil darstellt:

[76.2] Wir haben den Menschen ja aus einem Samentropfen, einem Gemisch erschaffen, (um) ihn zu prüfen. Und so haben Wir ihn mit Gehör und Augenlicht versehen. [76.3] Wir haben ihm den rechten Weg gewiesen, so wird er entweder dankbar (gläubig) oder undankbar (ungläubig).

Daher, ist Shukr (Dankbarkeit) ein sehr wichtiges Konzept. Es ist eine erstklassige Angelegenheit, die in Zusammenhang steht mit dem Kern des Imans. Wie ihr aus diesem Vortrag erfahren wird, ist das Konzept der Dankbarkeit, sehr leicht umzusetzen, denn es ist überhaupt nicht kompliziert. 

[2] Dankbarkeit und Undankbarkeit, eine Gegenüberstellung


Wir sollten uns nun einigen Versen widmen, die uns aufzeigen, wie sich Dankbarkeit und Undankbarkeit gegenüber stehen:

[39.7] Wenn ihr undankbar seid, so ist Allah auf keinen von euch angewiesen. Und Er findet nicht Wohlgefallen am Unglauben Seiner Diener; doch wenn ihr aber dankbar seid, so gefällt Ihm das an euch. Und keine lasttragende (Seele) soll die Last einer anderen tragen. Danach werdet ihr zu eurem Herrn heimkehren; und Er wird euch verkünden, was ihr zu tun pflegtet. Wahrlich, Er weiß wohl, was in den Herzen ist.
 
[27.40] Derjenige, der Wissen aus der Schrift hatte, sagte: "Ich bringe ihn dir, bevor dein Blick zu dir zurückkehrt." Als er ihn unbeweglich bei sich stehen sah, sagte er: "Dies ist von der Huld meines Herrn, damit Er mich prüft, ob ich dankbar oder undankbar bin. Wer dankbar ist, der ist nur zu seinem eigenen Vorteil dankbar; wer aber undankbar ist - so ist mein Herr unbedürftig und freigebig."
 
[31.12] Und Wir gaben ja Luqman Weisheit: "Sei Allah dankbar." Und wer dankbar ist, der ist nur zu seinem eigenen Vorteil dankbar. Und wer undankbar ist, - so ist Allah Unbedürftig und Lobenswürdig.

[3] Die Verschiedenen Arten der Dankbarkeit


Laut Khajeh Abdullah al Ansari, in seinem Buch "Manazil al Sa2irin", bestehen drei Hauptarten der Dankbarkeit:

[Dankbarkeit vom Herzen]: Zu wissen, dass etwas eine Gabe von Allah ist.
[Dankbarkeit mit Worten]: Zu verkünden, dass du für die göttlichen Gaben dankbar bist.
[Dankbarkeit in der Handlung]: Etwas mit deinen Händen, Füßen, Augen etc. zu tun, als ein Akt der Verehrung (Gottes). Dies ist die praktische Dankbarkeit.

Die erste Art der Dankbarkeit ist die zumeist wichtigste, da sie die beiden anderen Arten herbeiführt.

Der Gelehrte erwähnte auch, dass sich die Dankbarkeit aus drei Hauptdingen zusammensetzt:

[Zu wissen, dass etwas eine Gabe (Gottes) ist]: Als Beispiel; man könnte alles über die Gesundheit wissen, jedoch zu wissen, dass die Gesundheit eine Gabe Allahs ist, ist wiederum eine zusätzliche Erkenntnis.
[Anerkennen, dass es eine Gabe Allahs ist]: Dies bedeutet, es anzuerkennen, dass jenes, was einem beschert wurde, auch eine Gabe ist und dass Er/Sie die Empfänger sind. Manchmal kann es nämlich vorkommen, dass man möglicherweise weiß, dass etwas eine Gabe (Gottes) ist, man jedoch aus seiner Arroganz (Hochmut) heraus, dies nicht anerkennen möchte. So denkt man dann beispielsweise, dass man es (die Gabe) sich verdient hätte (die Gabe selbst erworben hat), oder auch, dass man ohne es (der Gabe) leben könnte. 
[Lobpreisung]: Allah dafür zu preisen.
    Zu guter Letzt kommt der Gelehrte Khajeh Abdullah Ansari auf den Entschluss, dass drei Stufen der Dankbarkeit existieren. Einige Menschen unter uns befinden sich leider nicht einmal auf der ersten Stufe:

    [Stufe 1]: Menschen kommen zur Erkenntnis, dass einige Gaben von Allah bestehen und danken ihm auch, versuchen damit zufrieden zu sein und lobpreisen ihn.
    [Stufe 2]: Diese Stufe ist höher als die vorherige. Die Menschen, die sich in dieser Stufe befinden, sind nicht nur dankbar hinsichtlich der Dinge, die sie als Gaben Allahs identifizieren, sondern hinsichtlich allem, was ihnen auch geschehen mag. Selbst eine nicht so gute Sache, die einem Gläubigen begegnen sollte, wird nicht aufgrund eines Mangels an Liebe von Allah verursacht und so ist der Gläubige auch dafür dankbar.
    [Stufe 3]: Diese Stufe ist die höchste. Einige Menschen beschäftigen sich dermaßen mit „der Anwesenheit“ Allah, sodass sie keine Erleichterung oder Schmerz bzw. Leiden empfinden, da sie keine Zeit haben darüber nachzudenken, ob sie sich nun in einem Zustand der Erleichterung oder einem Zustand des Schmerzes befinden. Dies ist die Macht bzw. Stärke der Liebe. Gleichermaßen, wenn du beispielsweise einen interessanten Film ansiehst, vergisst du möglicherweise deinen Hunger. Oder wenn wir uns in der Gesellschaft von jemandem befinden, den wir lieben, vergessen wir möglicherweise die Zeit und möchten erst gar nicht, dass dieses Treffen ein Ende findet. Menschen die Allah in diesem Maße lieben, sind komplett abgelenkt und vertieft in seinem Wesen. Der Gelehrte Abdullah Ansari bezeichnet diese Art der Dankbarkeit, als "die Dankbarkeit der Elite"!
      [4] Praktiken und Empfehlungen der Ahlulbeit, wie man Allah (swt) zu danken hat


      [Beispiel 1]: Ein fehlerloser Mensch, geprägt von höchster Moral, dankt seinem Herrn in solch einem hohen Maße, dass es ihn förmlich bis zum Rande der Erschöpfung treibt. Obwohl er die besten Eigenschaften besitzt und im Allgemeinen als das beste Geschöpf der Welten gilt, bleibt er bescheiden und tut all dies nur, um sich als Diener Gottes bezeichnen zu dürfen. Wahrlich kann dies nur der Prophet Mohamad (saas) sein:

      Hamid ibn Ziyad berichtete von al-Hassan ibn Muhammad ibn Sama’a, von Wuhayb ibn Hafs, von Abu Basir, von Abu Ja’far (as), der folgendes sagte: Abu Jafar (as) sagte: Eines Abends, als der Gesandte Allahs sich in Aishas Zimmer befand, sagte sie: Oh Gesandter Allahs, warum treibst du dich so sehr bis zur Erschöpfung, wo doch Allah dir schon längst all deine vergangenen und zukünftigen Sünden vergeben hat ( Die Sünden, die die Heiden dem Propheten vorwarfen)? Er antwortete: Oh Aisha, sollte ich denn nicht ein dankbarer Diener sein? Der Imam sagte: Der Gesandte Allahs pflegte es, sich auf seine Zehen zu erheben (beim Gebet), woraufhin Allah ihm offenbarte: 20.1. Ta-Ha. 20.2. Wir haben den Qur´an nicht auf dich (als Offenbarung) hinabgesandt, damit du unglücklich bist, 20.3. sondern als Erinnerung für denjenigen, der gottesfürchtig ist,...

      Shiitische Quelle: Al Kafi, Band 2, Seite 95
      Haditheinstufung: Der shiitische Gelehrte al Majlisi wertete diesen Hadith als Muwathak (zuverlässig), in seinem Werk, Mirat ul Uqul, Band 8, Seite 149

      Und wir? Wir sind uns zu schade ein einfaches Dankesbittgebet (Dua) auszusprechen!

      [Beispiel 2]: Dankst du deinem Herrn heutzutage, sobald dir frohe Kunde zukommt, dass du ein gesundes Kind bekommen wirst, es deinen Verwandten gut geht und im Allgemeinen deine Duas (Bittgebete) von Allah erhört und beantwortet werden?

      Es wird von ihm berichtet von Ahmad ibn Abdallah, von ‘Uthman ibn ‘Isa, von ‘Abd Allah ibn Muskan, von Abu ‘Abd Allah (as), der folgendes sagte: Der Gesandte Allahs befand sich einst auf einer kleinen Reise mit seinem Kamel. Er stieg ab und praktizierte fünf mal die Niederwerfung. Als er das Kamel wieder bestieg, sagten sie, " Oh Gesandter Allahs, wir sahen dich etwas tun, was wir bisher noch nicht von dir gesehen haben. Er sagte: Ja, es ist wahr, jedoch kam Gabriel zu mir mit vielen guten Nachrichten von Allah, dem Majestätischen, dem Heiligsten und ich praktizierte eine Niederwerfung für jedes Wort der guten Nachrichten, aus Dankbarkeit.

      Shiitische Quelle: Al Kafi, Band 2, Seite 98
      Haditheinstufung: Der shiitische Gelehrte al Majlisi wertete diesen Hadith als Muwathak (zuverlässig), in seinem Werk, Mirat ul Uqul, Band 8, Seite 160

      [Beispiel 3]: Brichst du einen Spaziergang ab, allein aus dem Grund, um deinen Herrn für eine Gabe zu danken, die er dir gewährte, ganz egal wie lang her diese auch sein mag?

      Ali ibn Ibrahim berichtete von seinem Vater, von ibn abu ‘Umayr, von Ali ibn Atiyah, von Hisham ibn Ahmar, der folgendes sagte: Einst spazierte ich mit Abu al Hassan (as) an einer bestimmen Seite der Stadt von Mekka. Er führte seine Füße an einer Seite des Tieres, dass er beritten hatte, zusammen, stieg ab und ging zu Boden und praktizierte eine Niederwerfung. Er verlängerte und verlängerte diese Niederwerfung. Schließlich erhob er seinen Kopf und bestieg das Tier wieder. Ich sagte daraufhin, möge Allah meine Seele in Unterstützung für deine Angelegenheit wahren, du hattest eine sehr lange Niederwerfung. Der Imam sagte: Ich erinnerte mich nur an eine Gefälligkeit, die mir Allah gewährte und ich vermochte es meinen Herrn dafür zu danken.

      Shiitische Quelle: Al Kafi, Band 2, Seite 98
      Haditheinstufung: Der shiitische Gelehrte al Majlisi wertete diesen Hadith als Hasan kal Sahih(zuverlässig wie einen authentischer Hadith), in seinem Werk, Mirat ul Uqul, Band 8, Seite 161

      Auch wird in einem anderen Hadith berichtet:

      Abi Ubeydeh al-Hazza sagte: Als ich Imam Baqir (as) begleitete, auf seinem Weg nach Medinah, warf er sich plötzlich nieder im Gebet. Als er fertig war, stand er auf und fragte mich, ob ich überrascht war. Ich antworte: Möge ich dein treuer Diener sein! Ja!. Er (Imam Baqir as.) sagte: Ich erinnerte mich an einen Segen (himmlisches Geschenk bzw. Gabe Gottes), den mir Gott gewährte und fand es schwierig meinen Weg entlangzugehen, ohne Gott dafür zu danken.

      Shiitische Quelle: Mishqat al Anwar, Seite 82

      [Beispiel 4]: Wusstest du, dass ein Glas Wasser, dich näher zum Paradies bringen könnte? Du magst es kaum fassen, wie einfach es ist, seinem Herrn zu danken. Du trinkst ein Glas Wasser und sagst bevor du anfängst Bismillah, während du beim aufhören Alhamdulillah sagst? Doch warum machst du dir nicht etwas mehr Mühe, indem du Allah bei jedem Schluck dankst? Oder wenigstens bei jedem zweiten oder dritten?

      Ali ibn Ibrahim berichtete von seinem vater, von ibn abu ‘Umayr, von Mansur ibn Yunus, von abu Basir, der folgendes sagte: Einst sagte Abu Abdallah (as): Einer von euch trinkt Wasser und Allah gewährt ihm für diese Tat das Paradies. Der Imam sagte dann weiter: Er nimmt sich die Schüssel, die mit Wasser befüllt ist, zur Hand und führt sie zum Mund, dann erwähnt er den Namen Allahs und schließlich trinkt er. Dann führt er es von seinem Mund weg und äußert Lobpreisung hinsichtlich Allah, auch wenn er noch das Verlangen danach hat zu trinken. Dann trinkt er und führt die Schüssel mit Wasser von seinem Mund weg und äußert Lobpreisung hinsichtlich Allah. Dann trinkt er nochmals und führt sie weg und äußert Lobpreisung hinsichtlich Allah. Folglich wird Allah, der Majästätische, der Glorreiche, seinen Eintritt ins Paradies als notwendig erachten.

      Shiitische Quelle: Al Kafi, Band 2, Seite 96
      Haditheinstufung: Der shiitische Gelehrte al Majlisi wertete diesen Hadith als Hasan au muwathak, in seinem Werk, Mirat ul Uqul, Band 8, Seite 161

      Dies sind nur einige der vielen Beispiele, die zum nachdenken anregen sollten. Es sind Paradebeispiele der Dankbarkeit, die hingegen sehr leicht zu praktizieren sind. Wie ihr seht, verlangt Allah (swt) nichts übermenschliches von euch.

      [5] Mit welchen Worten kann ich Allah (swt) danken


      Sicherlich gibt es im deutschen Raum schon reichlich Bittgebete und Aussprüche, mit denen man Allah (swt) danken könnte. Es gibt derart viele Aussprüche, sodass man ein ganzes Buch darüber schreiben könnte. Deshalb ist es sinnvoll einen separat geführten Vortrag darüber zu halten. Ich beschränke mich hier nur auf folgende Überlieferungen:

      Muhammad ibn Yahya berichtete von Ahmad, von Ali ibn al-Hakam, von Safwan al-Jammal, von abu ‘Abd Allah (as), der folgendes sagte: Bei jeder Gefälligkeit, die Allah irgendeinem seiner Diener gewährt, mag es eine kleine oder große Gefälligkeit sein, hat ihm der Diener in der richtigen Weise gedankt, sobald er "Alles Lob gebührt Allah" gesagt hat.

      Shiitische Quelle: Al Kafi, Band 2, Seite 96
      Haditheinstufung: Der shiitische Gelehrte al Majlisi wertete diesen Hadith als Sahih (authentisch), in seinem Werk, Mirat ul Uqul, Band 8, Seite 156

      Ibn abu ‘Umayr berichtete von ibn Ri’ab, von Isma’il ibn al-Fadl, der folgendes sagte: Abu Abdallah (as) sagte: Sage am Morgen und am Abend 10 mal: Oh Herr, jeden morgen finde ich mich vor mit einer Gefälligkeit (von dir) und dem Heil der Welt oder dem Jenseits. All diese Gefälligkeiten sind von dir, von dir allein und niemand ist dein Partner. Alles Lob gebührt dir und der Dank an dich für deine Gefälligkeiten, die du mir widmetest, oh Herr, bis du mit mir zufrieden bist. Ein Dank an dich, selbst nachdem du zufrieden mit mir bist.

      (der Imam sagte daraufhin) Wenn du dies sagst, so hast du Allah für jenes gedankt, was er dir gewährte....

      Shiitische Quelle: Al Kafi, Band 2, Seite 99
      Haditheinstufung: Der shiitische Gelehrte al Majlisi wertete diesen Hadith als Hassan kal Sahih (zuverlässig wie ein authentischer Hadith), in seinem Werk, Mirat ul Uqul, Band 8, Seite 162

      Diese Dua wurde auch vom Propheten Nuh (as) zu seiner Zeit ausgesprochen:

      Ibn abu ‘Umayr berichtete von Hafs ibn al-Bakhtari, von abu Abd Allah (as), der folgendes sagte: Noah (as) pflegte es dieses Gebet jeden morgen aufzusagen und aus diesem Grund wurde er als "die dankbare Person" bezeichnet...

      Shiitische Quelle: Al Kafi, Band 2, Seite 99
      Haditheinstufung: Der shiitische Gelehrte al Majlisi wertete diesen Hadith als hassan kal Sahih (zuverlässig wie ein authentischer Hadith), in seinem Werk, Mirat ul Uqul, Band 8, Seite 163

      [6] Je dankbarer du bist, desto mehr bekommst du auch von Allah (swt)


      In diesem Abschnitt kommt Allahs Barmherzigkeit zur Geltung. Es ist erstaunlich zu wissen, dass umso dankbarer man ist, Allah (swt) diesen Dank mit weiteren reichlichen Gaben belohnt. Siehe hierzu folgenden Koranvers:

      [14.7] Und als euer Herr ankündigte: ,Wenn ihr dankbar seid, werde Ich euch ganz gewiß noch mehr (Gunst) erweisen. Wenn ihr jedoch undankbar seid, dann ist meine Strafe fürwahr streng´."

       Schauen wir uns hierzu an, was Imam Jafar al Sadiq (as) zu diesem Vers zu sagen hat:

      Imam Sadiq (a.s) sagte: Wann auch immer Gott jemandem einige Segnungen (himmlische Geschenke bzw. Gaben Gottes) gewährt und er dies mit seinem Herzen erkennt und seine Dankbarkeit äußert, so wird Gott eine Mehrung (Anstieg) hinsichtlich seiner Segnungen anordnen, bevor er seine Worte zu ende führt. Gott, der Almächtige sagt: [14.7] Und da kündigte euer Herr an: "Wenn ihr dankbar seid, so will Ich euch wahrlich mehr geben;[...]

      Shiitische Quelle: Mishqat al Anwar, Seite 82

      Auch sagte der Prophet Mohamad (saas) folgendes:

      Imam Sadiq (a.s) berief sich auf seine Vorväter (a.s) und zitierte den Propheten Mohamad (saas) wie folgt: Gott wird nicht die Türen hinsichtlich der Danksagung für irgendjemanden auftun, ohne dabei eine Tür zum vermehrten Segen zu öffnen.

      Shiitische Quelle: Mishqat al Anwar, Seite 78

      Ein dankbarer Dieners Gottes schätzt mit seinem Herzen die Großzügigkeit Gottes, verkündet mit seiner Zunge den Dank und praktiziert mit seinem Körper. Allah wird solch einer Person mehr und mehr geben, ohne Grenze. Um so mehr er gibt, desto mehr empfängst du.

      Einige fragen sich nun sicherlich, wie Allahs Großzügigkeit mit dem Geben steigen kann? Ganz einfach, sobald Allah dir etwas gibt und du dankbar bist und den Zustand der Dankbarkeit auch über Dauer aufrechterhalten kannst, so steigt sozusagen auch deine Aufnahmefähigkeit, etwas von deinem Herrn zu erhalten. Zu beachten ist jedoch, dass du den Zustand der Dankbarkeit auch auf Dauer aufrechterhalten musst, siehe Hadith:

      Imam Baqir (a.s) sagte: Die Dankbarkeit eines Gottesdieners kennt keine Unterbrechung.

      Shiitische Quelle: Mishqat al Anwar, Seite 84

      Um ein Beispiel aufzuzeigen, wie einige Menschen mit besonders vielen Segnungen bzw. Gaben von Gott bereichert wurden und dies alles aufgrund ihrer Dankbarkeit, sollte folgende Überlieferung ausreichen:

      Al Aala ibn Kamil berichtet, dass er einst zu Imam Musa Ibn Jafar (as) sagte, dass Gott ihm derartig viele Segnungen (himmlische Geschenke bzw. Gaben) gewährte, dass er sie nicht einmal mehr zählen konnte und er auch nicht den Grund dafür wisse (weshalb dieses geschieht). Der Imam fragte, ob er wirklich nicht den Grund dafür kenne und sagte ihm, dass es aufgrund der Danksagung war. Und in einer anderen Überlieferung lesen wir, dass der Imam ihm riet, die Danksagung nicht zu unterschätzen.

      Shiitische Quelle: Mishqat al Anwar, Seite 78

      [7] Sprich mehr über deine Segnungen, die Allah (swt) dir gewährte


      Du bist ein Mensch, der schon mit Segnungen Gottes bereichert wurde? So sprich darüber, denn der Prophet tat dies auch!

      Es handelt sich um folgenden Vers:

      [93.11] Und hinsichtlich der Wohltat deines HERRN, so sprich darüber!

      Schauen wir nun, wie uns Imam Jafar al Sadiq (as) diesen Vers erklärt:

      Es wird von Ahmad ibn Abu Abdallah berichtet, von Ahmad ibn Muhammad ibn abu Nasr, von Dawud al-Hasin, von Fadl al-Baqbaq, der folgendes sagte: Ich befragte Abu Abdallah (as) über die Worte Allahs, dem Majästätischen, dem Heiligsten....93.11. Und hinsichtlich der Wohltat deines HERRN, so sprich darüber! Der Imam sagte, dass in der oberen Passage (des Verses), es dem Propheten befohlen wurde, die Sonderbehandlung , die Er (Allah swt.) euch gewährte, die Auszeichnungen, die er (Allah swt.) euch gab, die Gefälligkeiten, die er (Allah swt.) euch überreichte und seine Güte, preiszugeben. Der Imam sagte weiter: Er (der Prophet) sprach dann folglich über seine Religion und über jenes, was ihm von Allah alles gegeben wurde und über die Gaben (Geschenke), die er (Allah) ihm zur Verfügung stellte.

      Shiitische Quelle: Al Kafi, Band 2, Seite 94
      Haditheinstufung: Der shiitische Gelehrte al Majlisi wertete diesen Hadith als Muwathak (zuverlässig), in seinem Werk, Mirat ul Uqul, Band 8, Seite 148

      Doch die heutigen Menschen beschäftigen sich eher mit den Mängeln, die in ihrem Leben auftauchen. Sie vergessen die Segnungen Gottes, die Er ihnen gewährte! Der shiitische Gelehrte Ayatullah Mohamad al Husseini al Shirazi, spricht in seinem Tafsir zum zuvor benannten Vers genau diesen Fakt an. Ich zitiere:

      93.11. Und hinsichtlich der Wohltat deines HERRN, so sprich darüber!

      Mit Wohltat...
       (im obigen Vers) ist die Gattung des Segens gemeint, sprich alle Segnungen[1]. Und unter den größten der Segnungen, befinden sich die Rechtleitung.

      so sprich...
       (im obigen Vers) trägt die Bedeutung von: verkünde der Menschheit (Oh Mohamad), sodass seine (Allahs swt.) Wohltaten/Segnungen, ihnen klarwerden. Zusätzlich zur Dankbarkeit, lehrt das Besagte der Menschheit, nicht die Segnungen zu verstecken, sowie es leider zur Angewohnheit vieler geworden ist, die ihre Mängel hinsichtlich ihres Lebens aufzählen, jedoch nicht an die Göttlichen Segnungen gedenken, die ihnen beschert wurden.

      Shiitische Quelle: Koran leicht gemacht, von Ayatullah Sayid Mohamad al Shirazi
      [1] Wie beispielsweise die Gesundheit, Familie, Vermögen etc.

      Wie der Gelehrte schon ansprach, sollten wir stets daran gedenken, mit welchen Dingen uns Allah bereicherte, statt immer nur die Mängel, die in unserem Leben bestehen, in den Fordergrund zu stellen. Wir sollten Gott immer dankbar sein, denn so können uns folglich die Mängel auch nichts anhaben. Denn wisse, dass du durch deinen Dank zu Gott, die Eigenschaft der Bescheidenheit kennenlernst.

      Der Prophet Mohamad (saas) verkörperte das Besagte in bester Manier:

      Imam Sadiq (a.s) sagte: Wann auch immer sich etwas erfreuliches für Gottes Propheten ereignete, sagte er: Ein Dank an Gott für diese Segnung". Und wann auch immer sich etwas betrübendes ereignete, sagte er: Gepriesen sei Gott, in allen Fällen.
      Shiitische Quelle: Mishqat al Anwar, Seite 86

      [8] Sonstige Überlieferungen hinsichtlich der Dankbarkeit


      Al-Nufli berichtete, dass der Prophet Gottes sagte: Jener, der isst und einen Dank ausspricht, dessen Lohn gleicht jenem, der fastet. Der Lohn von jenem, der gesund ist und einen Dank dafür ausspricht, ist der gleiche, wie von jenem der leidet jedoch Geduld aufweist. Der Lohn von jenem, der Almosen gibt und dankbar ist, ist der gleiche, wie von jenem, dem (etwas) vorenthalten wurde, er jedoch trotz dessen Zufriedenheit zeigt.

      Shiitische Quelle: Mishqat al Anwar, Seite 78

      Sae'dan ibn Yazeed sagte: Ich sagte zu Imam al Sadiq, dass ich jemanden sah, der von schlechten Zeiten im Leben begleitet wurde, währenddessen ich jedoch ein gutes Leben hatte. Nach allem was ich greife, so finde ich darin, was ich mag. Manchmal sehe ich Menschen, die mir überlegen sind, doch trotz dessen, besitzen sie nicht diese Segnungen (himmlischen Geschenke bzw. Gaben Gottes). Ich bin besorgt darüber, ob all dieses eine Art Göttliche Prüfung hinsichtlich meiner Person ist. Der Imam sagte daraufhin: Habe keine Angst solange du dich für diese Segnungen bedankst.

      Shiitische Quelle: Mishqat al Anwar, Seite 80

      Imam Sadiq (as) zitierte, sich dabei berufend auf den Propheten Jesus (a.s): Die Menschen sind in zwei Gruppen unterteilt. Einige von ihnen sind gesund während andere in Schwierigkeit stecken. Preise Gott dafür, dass du gesund bist und bitte Gott um Gnade hinsichtlich jener, die in Schwierigkeiten stecken.

      Shiitische Quelle: Mishqat al Anwar, Seite 80

      Imam Sadiq (as) sagte: Gott wird zehn gute Taten für jenen aufzeichnen, der die Waschung ausführt und sich niederwirft, um Gott zu danken. Er wird auch zehn große Sünden dieses Menschen beseitigen.

      Shiitische Quelle: Mishqat al Anwar, Seite 82

      Imam Sadiq (as) sagte, dass im alten Testament geschrieben steht: Sei dankbar zu jenem, der gegenüber dir freundlich ist und und sei gegenüber jenem freundlich, der dir einen Dank erweist, denn Segnungen bleiben bestehen, sobald du dankbar bist und Segnungen vergehen, sobald du undankbar bist. Das Danken bewirkt eine Mehrung (einen Anstieg) der Segnungen und schützt vor drastischen Veränderungen.

      Shiitische Quelle: Mishqat al Anwar, Seite 84

      Imam Sadiq (as) sagte: Ich vermag es Gott einhundert male zu danken, wann auch immer mir eine neue Segnung gewährt wird.

      Shiitische Quelle: Mishqat al Anwar, Seite 86

      Imam al Ridha sagte: Jener, der Gott preist, aufgrund seiner Segnungen, der hat somit seine Dankbarkeit geäußert und diese Lobpreisung ist höher als die Segnung an sich!

      Shiitische Quelle: Mishqat al Anwar, Seite 86

      Ibn abu Umayr berichtet von al-Hassan ibn ‘Atiyyah, von Umar ibn Yazid, der folgendes sagte: Einst sagte ich zu Abu Abdallah (as): Ich betete zu Allahs, dem Majästätischen, dem Heiligsten um Hab und Gut und er gewährte mir dies. Ich betete zu Allah für ein Kind und er gewährte mir dies. Ich betete zu Allah für ein Haus und er gewährte mir dies. Ich bin besorgt, dass es (die Erfüllung meiner Wünsche) mich gewisser Maßen zu meiner eigenen Zerstörung/Vernichtung führt. Der Imam sagte: Ich schwöre bei Allah, dies wird nicht eintreten solange es mitsamt der Lobpreisung hinsichtlich ihm, stattfindet.

      Shiitische Quelle: Al Kafi, Band 2, Seite 97
      Haditheinstufung: Der shiitische Gelehrte al Majlisi wertete diesen Hadith als hassan kal Sahih (zuverlässig wie ein authentischer Hadith), in seinem Werk, Mirat ul Uqul, Band 8, Seite 157

      Sanan ibn Zarif sagte: Ich sagte zu Imam al Sadiq (as), dass ich besorgt darüber bin, getadelt zu werden. Er fragte mich weshalb. Ich sagte: Ich bat Gott um 1000 Dirhams und er gewährte mir dies. Ich bat ihn um einen Diener und er gewährte mir einen. Dann fragte mich Imam Sadiq (as), was ich denn nun am besten sagen sollte. Ich sagte: Gepriesen sei Allah. Er sagte: Was du ebend sagtest, ist besser als jenes, das dir gewährt wurde.

      Shiitische Quelle: Mishqat al Anwar, Seite 80

      [9] Schlussfolgerung


      Je mehr man Allah (swt) dankt, desto mehr eilt einem das Verständnis herbei, wie sehr man doch von ihm abhängig ist. Denn man beginnt zu verstehen, dass die begleitenden Dinge des Lebens, wie die Gesundheit, Erfolg, Reichtum und das allgemeine Wohlergehen keine Selbstverständlichkeiten sind. Blickt man beispielsweise auf andere Teile der Welt, sieht man Kinder die nach Wasser schreien, während wir dieses Gut in solch einem reichlichen Maße besitzen, sodass wir es schon auf unsere Blumen ausschütten!

      In diesem Sinne liebe Geschwister, lasset die Dankbarkeit euer stetiger Begleiter sein.

      Autor: Mohamad.A     Internetseite: Shiat-mohamad.blogspot.com